Lebensfreude transportiert Rasantes Tanzspektakel mit „Magic of the Dance“ in Lingen

Von Meike Blunk

Mit temperamentvollen Stepptänzen und einer komplexen wie auch mystischen Geschichte entführte das Ensemble von Magic of the Dance das Publikum im Theater an der Wilhelmshöhe in das grüne Irland des früher 20. Jahrhunderts. Foto: Meike BlunkMit temperamentvollen Stepptänzen und einer komplexen wie auch mystischen Geschichte entführte das Ensemble von Magic of the Dance das Publikum im Theater an der Wilhelmshöhe in das grüne Irland des früher 20. Jahrhunderts. Foto: Meike Blunk

Lingen. Das grandiose und äußerst rasante Tanz-Spektakel „Magic of the Dance“ zog mit seinen dynamischen Tänzern und Tänzerinnen und einer komplexen Geschichte die Zuschauer im gut besuchten Lingener Theater an der Wilhelmshöhe in seinen Bann. Kraftvolle Rhythmen und spektakuläre Feuerchoreografien schufen darüber hinaus ganz eigene magische Momente.

Ein Ensemble der Extraklasse, welches die besten Stepptänzer/innen der Welt vereint, präsentierte sich mit äußerst temperamentvollen und mitreißenden Choreografien und löste damit große Begeisterung beim Publikum aus. Seit über 20 Jahren erobern die Tänzer/innen von Magic of the Dance weltweit die Herzen der Zuschauer. Das Geheimrezept dieser außergewöhnlichen Show scheint darin zu liegen, dass die Tänzer/innen zusammen mit einer schwungvollen und unter die Haut gehenden Musik, eine Geschichte transportieren, welche die Zuschauer nach Irland in die Anfänge des 20. Jahrhunderts versetzt.

Stärke und Zugehörigkeit.

Die Lebensfreude und der Lebensmut der Menschen werden durch verschiedene böse Kräfte, wie Neid, Intrigen, kirchliche Macht und Armut stets aufs Neue herausgefordert. Doch das Tanzen in der Gemeinschaft vermittelt Stärke und Zugehörigkeit, fast so, als wäre es ein heiliger Akt. Das Gute und das Böse wurden auf personifizierte Weise dargestellt. Das Böse tritt in einen Kampf mit dem Guten. Der Dämon und sein Gefolge tragen schwarze oder dunkle Kleidung. Hingegen das Gute und die Liebe sich durch die Farbe weiß präsentiert. Der Dämon symbolisiert später vor allem die große Hungersnot, der Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind und die viele Menschen dazu veranlasst hatte, Irland zu verlassen.

Intensive Momente

Die Inszenierung (Choreograf John Carey und Bob Bales als musikalischer Leiter) des Star Entertainment bot so intensive und dichte Momente, dass das Publikum fast den Eindruck bekam, mitten im Geschehen zu sein.

Die Geschichte erschloss sich durch die ausdrucksstarken Choreografien, die kraftvollen Rhythmen, die durch die Steppschuhe mit akzentuiert akustischen Effekten verstärkt wurden sowie durch die eingespielten Erzählungen. Der Weltstar Sir Christopher Lee hatte dafür seine Stimme zur Verfügung gestellt. Auf Englisch und Deutsch wurden auf diese Weise Inhalte vermittelt, die ansonsten nicht darzustellen gewesen sind. Lee unterstrich mit seinem warmen Sprachgestus die der Geschichte zugrunde liegenden Mystik. Spannungs- und temporeich vollzogen die Tänzer/innen permanente Höchstleistungen. Dabei wirkte alles sehr leicht und anmutig. Mit unglaublicher Schnelligkeit steppten sie auf Podesten oder zwischen entfachten Feuerschalen bzw. auf dem Boden gelegten Feuerstreifen, dass dem Publikum entweder der Atem stockte oder es sie kaum auf den Sitzen hielt

Berührende Szenen

Sehr berührend waren auch die Szenen, in denen der Aufbruch in die Neue Welt gezeigt wurde. Menschen riskieren eine strapaziöse Schifffahrt, weil ihnen in ihrer geliebten Heimat der Hungertod droht. In all diesen Wirren wird das junge Liebespaar schicksalhaft auseinandergerissen, findet aber zum Glück später wieder zueinander. Die neuen Reize in der Fremde sorgen vorübergehend auch für unterhaltsame und zufriedene, stimmungsvolle Momente. Doch die Sehnsucht, wieder in Irland ihre Tänze darbieten zu können, überwiegt und bringt das Gros der Auswanderer zurück, wo dann auch das junge Paar vor den Traualtar tritt und heiratet. Die dunklen Mächte scheinen besiegt worden zu sein. Das Publikum ist hellauf begeistert und dankt den Künstlern mit einem tosende Applaus.