Jubiläum gefeiert Seelsorge im Krankenhaus lebt vom Gebet: Festakt in Lingen

Von Christiane Adam


Lingen. Seit 25 Jahren besteht die Arbeitsgemeinschaft (AG) katholische Krankenhausseelsorge im Bistum Osnabrück. Dies wurde am 20. Februar 2018 in einem Festakt im Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) in Lingen-Holthausen gewürdigt.

Im Krankenhaus geht es oft um Leben oder Tod, höchst belastend für Patienten, Angehörige und auch Personal. Krankenhausseelsorger wollen an dieser Stelle für Menschen da sein.

„Die Identität von Krankenhausseelsorge macht auch das Gebet aus“, sagte Generalvikar Theo Paul im Festgottesdienst in der Kapelle des LWH.

„Not lehrt beten“

In seiner Predigt nahm er Bezug auf das geflügelte Wort „Not lehrt beten“. „Das ist elementar in der Krankenhausseelsorge: diese betende Dimension den Menschen nicht vorzuenthalten“. Der Lingener Chor Cantamus bereicherte den Gottesdienst durch Sangeskunst.

Dreitägiges Treffen

47 hauptamtliche Krankenhausseelsorger aus dem gesamten Bistum Osnabrück waren zu ihrem dreitägigen Treffen nach Lingen gekommen; dieses findet alljährlich im LWH statt. Der Geschäftsführer der AG entstammt jeweils dem LWH; seit 2016 ist dies Studienleiter Markus Wellmann. Bis nach Bremen reicht das Bistum, und ein Bremer ist Sprecher der AG katholische Krankenhausseelsorge: Bernhard Memering. Gemeinsam mit Julie Kirchberg, Fachbereichsleiterin übergemeindliche Pastoral im Bistum Osnabrück, führte er durch den Festakt in der Aula.

Krankenhausseelsorge ökumenisch aufgestellt

Die AG im Bistum ist katholisch; gleichwohl gebe es kein Feld, das ökumenischer aufgestellt sei als die Krankenhausseelsorge. Dies wurde mehrfach betont, und daher waren auch die evangelische Pastorin Christiane Ewert, Krankenhausseelsorgerin in Lingen, und der lutherische Superintendent Bernd Brauer aus Meppen Gäste beim Festakt. Letzterer beschied in seinem Grußwort die gute interkonfessionelle Zusammenarbeit auf dem Feld der Krankenhausseelsorge.

Rückblick von Bernhard Memering

Einen Rückblick auf 25 Jahre Krankenhausseelsorge im Bistum bot Memering. „Theo Paul wurde Anfang der 1990er-Jahre für uns zuständig und hat sinngemäß gesagt: „Organisiert euch selbst“, verwies er auf die Anfänge der AG. Das Leitungsteam, zu dem Memering von Anbeginn gehörte, lud im März 1993 zur ersten Jahrestagung ins LWH. Zu den Aufgaben, die die AG sich gestellt habe, gehörte beispielsweise, weiße Flecken auf der Landkarte aufzudecken. Daraufhin wurden neue Stellen eingerichtet, wie u.a. im Krankenhaus Haselünne.

„Arbeit ist vom Wandel geprägt“

Die Arbeit der Krankenhausseelsorger sei geprägt vom Wandel, etwa dass vermehrt der Sterbesegen und weniger oft die Krankensalbung gegeben werden. „Unsere Arbeit ist stark von der Säkularisierung geprägt. Konfessionsgrenzen zählen gerade im Krankenhaus kaum noch“, wie Memering hervorhob.

Grußworte

Grußworte von Christiane Dettmer aus dem bischöflichen Personalreferat sowie von Silke Meemken aus dem Erzbistum Hamburg, das 20 Jahre lang Mitglied der AG war, beschieden die Bedeutung dieses Arbeitsfeldes. Musikalisch untermalten die Lingener Tobias Bako am Piano und Kai Liedtke am Saxophon den Abend.

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