Acrylmalerei und Spachteltechnik Lohner Hobbykünstlerin Gabriele Grabein liebt Workshops

Von Eva-Maria Riedel


Wietmarschen. Was kann an einem Spachtel schon Interessantes sein? Jeder kennt so ein Werkzeug, hat zugeschaut, wenn der Maurer die Fugen zuschmiert. Doch da huscht ein geheimnisvolles Lächeln über das Gesicht der Lingener Geschäftsfrau und Hobbykünstlerin Gabriele Grabein. „Haben Sie eine Ahnung, vielleicht verrate ich Ihnen ein paar Geheimnisse, etwas über Höhen und Tiefen.“

Schon bei einem kleinen Rundgang durch das gastliche Haus in Lohne erblickt der Betrachter – wie sollte es auch anders sein – einige Kunstwerke, die alle die Handschrift von Gabriele Grabein tragen. Doch es gibt auch Ausnahmen: Aquarelle, Landschaftsbilder, Szenen, die viel Natur und Urlaubserinnerungen vermitteln. „Stimmt, die habe ich nicht gemalt, das sind Bilder von meinem Mann, der auch malt, allerdings ganz anders als ich“, schmunzelt Frau Grabein und erzählt, dass sie zumindest künstlerisch getrennte Wege gehen, was aber ihrer über 30 Jahre andauernden Ehe keinen Abbruch täte. Ganz im Gegenteil, es sei immer wieder spannend, zu erleben, was der eigene Partner gerade thematisiere und bildlich umsetze. „ Natürlich kritisieren wir uns auch gegenseitig und mitunter, wenn ich kein Ende finde und den Pinsel bzw. den Spachtel nicht aus der Hand legen kann, ist es mein Mann, der mich bremst und sagt: „So ist es gut das Bild, mache jetzt nichts mehr dran“. – „Und meistens hat er recht“, sagt die Künstlerin.

Hobbymalerin

„Ich war immer eine Hobbymalerin und das bleibe ich auch“, erzählt Gabriele Grabein, deren Lebensweg, wie das manchmal so ist, nicht ganz und gar in die Welt der Kunst, nicht zum Modedesign führte, sondern eher in die des Modehandels. Und auf diesem Gebiet ist sie sehr erfolgreich, war zu erfahren. „Natürlich habe ich beruflich auch viel mit Stoffen, Mustern und Farben zu tun, was meinen künstlerischen Ambitionen sehr entgegenkommt.“ Das alles sei eine gesunde Basis für das heutige Geschäft, die Grabein-Strumpf & Wäsche Galerie in Lingen in der Lookenstraße 4 bis 6, die ihr Mann und sie seit über 14 Jahren betreiben.

Gelegentliche Auszeit

Doch der Wunsch, zu malen, habe sie nie ganz verlassen. „Und heute nehme ich mir gelegentlich eine Auszeit vom Geschäftsleben, klinke mich aus, - auch wenn es nur für eine Woche ist, – und male nur noch“, erzählt Gabriele Grabein. Sie gehöre nicht zu den Künstlern, die abends oder morgens mal für ein paar Stunden an der Staffelei ständen. „Ich muss ganz losgelöst von allem sein und das ist mir bisher immer am besten bei den Workshops von Angelika Metten gelungen, eine Künstlerin und meine Lehrmeisterin mit Sitz in Nordhorn.“ Bei ihr laufe die Malerei als offener Prozess, bei dem Überraschungen und neue Erfahrungen eine große Rolle spielen würden.

Verschiedene Materialien.

„Sie führte mich hinein in die Welt der Acrylmalerei, dem Verarbeiten der verschiedenen Materialien und jetzt kommt es: Sie hat mich gelehrt, mit Spachteln zu arbeiten, Erhebungen und Vertiefungen herauszuholen, neue Strukturen zu schaffen, sie farblich zu unterlegen, sodass der Betrachter häufig das Gefühl des dreidimensionalen Sehens erlebt.“ Natürlich gehe dies alles nur mit relativ großformatigen Bildern, ein Meter mal ein Meter zum Beispiel.

Abstrakte Malerei

„Bei der abstrakten Malerei ist der Weg das Ziel“, philosophiert die Künstlerin und betont, wie aufregend das sein kann. Workshops, insbesondere bei Angelika Metten hätten sie immer wieder bereichert und vorangetrieben. „Für mich sind die Dozenten entscheidend“, ergänzt sie ihre Ausführungen.

Mit Elan dabei

„Da kann es schon geschehen, dass gleich eine ganze Serie von Bildern entsteht, wie beim letzten Workshop. Da waren es tatsächlich sieben Stück und in jedem von ihnen steckte viel Begeisterung und Elan von mir“, betont die Hobbykünstlerin.

Schwungvolle Welle

Um Ausstellungen vorzubereiten, dafür habe sie als Geschäftsfrau leider wenig Zeit. Allerdings nutze sie die Gelegenheit, auch in den eigenen Geschäftsräumen einige ihrer Werke zu präsentieren. „Natürlich wechselweise, was ich für die Kunden auch interessanter finde“, stellt Grabein fest. Was Farben angehe, so liebe sie alle, genieße aber das Erlebnis, diese zu verändern, zu einem Erlebnis zu machen, sei es zum Beispiel durch eine schwungvolle Welle oder dahingehaucht Gegenständliches. Titel tragen ihre Werke nicht. Der Betrachter soll die Freiheit haben, das Bild unmittelbar zu entdecken, zu erfühlen und das erlebe jeder auf seine ganz persönliche Art, stellt Gabriele Grabein abschließend fest.