Bekannte Songs neu arrangiert Blasorchester Regenbogen vielseitig im Lingener Theater

Von Meike Blunk


Lingen. Alle zwei Jahre füllt das Blasorchester Regenbogen, unter der Leitung von Alexander Scharf, das Theater an der Wilhelmshöhe und begeistert das Publikum mit ihren jeweils aktuellen Programmen.

Auch dieses Mal bewies Scharf wieder, dass er sein Orchester mit Hingabe und musikalischer Leidenschaft zu führen versteht. „Gekommen, um zu bleiben“ ist der Titel, unter dem Scharf verschiedene Songs der Musikgeschichte neu arrangiert hat, um sie im voluminösen Klang seines 70-köpfigen-Orchesters (im Alter zwischen zehn und 74 Jahren) dingfest zu machen. Es sind Lieder, die den unterschiedlichen Strömungen und Einflüssen vergangener Epochen trotzten und die aufgrund ihrer besonderen Melodien und Texte zu sogenannten Evergreens geworden sind.

Ausverkauftes Theater

Ein zweistündiges Programm ist dabei heraus gekommen, mit dem die unterschiedlichen Bläser nun das Publikum im ausverkauften Theater an der Wilhelmshöhe in ihren Bann zogen. Das Eröffnungslied „Quando Quando“ von Elio Cesari sorgte schon einmal für den richtigen Groove. Als wenig später der Moderator Kaj Haverbusch die achtjährige Amelie auf die Bühne holte, die sich vor zwei Jahren, neben Scharf, als Nachwuchsdirigentin probieren durfte und nun von Haverbusch ermuntert wurde die Moderation für das ehemalige Lieblingslied von Michael Jackson zu übernehmen, ahnte das Publikum, dass es an diesem Nachmittag auch um Nachwuchsförderung gehen würde. Amelie machte die Anmoderation des von Charles Chaplin komponierten Lieds „Smile“ ganz souverän. Die von Scharf arrangierte Variante erinnerte jedoch nicht vorrangig ans heitere Lachen, sondern wirkte eher getragen und wurde vielleicht erst durch die Filmeinspielungen in ihrer Interpretation verstanden. Sie zeigten Naturaufnahmen, deren Licht-und Schatten-Reflexe erst den besonderen Reiz ausmachten. Scharf stellte also mit Chaplins Lied „Smile“ auch das Lachen in den Vordergrund, das von Melancholie und Tiefgang geprägt ist; ein Lachen, das sich einen Weg über die Schatten hinaus ans Licht bahnt.

„Hallelujah“ als Highlight

Es folgten Songs wie „You Raise Me Up“ von Rolf Lovland oder „Skyfall“ (Titelsong des gleichnamigen James Bond- Films) mit dem Adele mit ihrer unverwechselbaren ausdrucksstarken Stimme einen Golden Globe gewann. Mit „Sarabande“ des italienischen Komponisten Arcagelo Corelli erinnerte das Orchester an die Zeit des Barock. Das weltweit absolut beliebte und vielfach gecoverte Lied „Hallelujah“ des 2016 verstorbenen kanadischen Songwriters Leonard Cohen schaffte es, auch an diesem Nachmittag zum ganz besonderen Highlight des Konzertes zu werden.

Filmeinspielungen

Die am Anfang und Ende gesetzten Querflötenstimmen glichen dabei, zumindest in der Vorstellung der Zuschauer, den zarten Stimmen eines Engelchores. Mit „Elegie“, dem von Alexander Scharf komponierten Lied, transportierte das Orchester die ganz persönlichen (teilweise von Sehnsucht geprägten) Erinnerungen Scharfs an seine Heimat. Filmeinspielungen, die verschneite Landschaften zeigten, verdeutlichten, dass Scharf mit Begriffen wie „Weite“ und „Stille“ viel zu verbinden scheint, doch dass er, unter anderem durch die Funktion als Leiter des Blasorchester längst im Emsland zuhause ist.

Wiedersehen in zwei Jahren

Musik verbindet und Musik öffnet Herzen. Die spagatfreudigen jungen Tänzerinnen aus Mesum, die sich „Tanzsterne“ nennen, zeigten in ihren temperamentvollen Einlagen, dass Musik Menschen bewegt und zusammen führt. Ein Blick ins Publikum, das im Alter zwischen drei und 97 Jahren war, verdeutlichte diesen Aspekt. Am Ende des vielseitigen Programms machte Haverbusch Hoffnung auf ein erneutes Zusammentreffen in zwei Jahren. Das wäre dann der zehnte Auftritt im Theater an der Wilhelmshöhe. Intensiver Applaus ließ erkennen, dass viele der Zuschauer wieder mit dabei sein wollen würden.