Ortstermin des Kulturausschusses Kommen Lingener Gedenktafeln zum Alten Friedhof?

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Lingen. Die Frage über den Standort der Gedenktafeln des Eisenbahnausbesserungswerkes bleibt vorerst offen. Bei einer Besichtigung auf dem Gelände des Steinmetzbetriebs Hauschild machten sich die Mitglieder des Kulturausschusses ein Bild von der Optik der Steinplatten.

Das Thema soll bis zu der nächsten Sitzung des Ausschusses, die im Mai stattfindet, in den Fraktionen besprochen werden. Werner Breitenbach, Architekt und Mitglied der Friedhofskommission gab den Politiker dazu einen Vorschlag mit auf den Weg. Demnach könne er sich vorstellen, die Mauer, die am Alten Friedhof hinter dem Mahnmal verläuft, parallel zu dem Blumengeschäft Brand zu verlängern. Zurzeit ist an dieser Stelle noch eine Buchenhecke. „Die Mauer ist aktuell sehr stark mit Pflanzen wie Efeu bewachsen, doch im Zuge der Umgestaltung des Friedhofs, kann man die Mauer auch wieder freiliegen,“ erklärte der Architekt. Bei genauerem Hinsehen könne man auch erkennen, dass die grauen Flächen zwischen den geklinkerten Mauerteilen ebenfalls Namen von Opfern der beiden Weltkriege enthalten. Insofern würden die Tafeln inhaltlich auch hierher passen, allerdings ohne die beiden Figuren (einen Arbeiter und einen Soldaten).

Fast zwei Tonnen schwer

Die Gedenktafeln bestehen aktuelle aus vier Teilen, zwei enthalten die Namen von Toten, die anderen zeigen einen Arbeiter und einen Soldaten. Zusammen misst das rund 1,5 bis 2 Tonnen schwere Denkmal aus dem Jahre 1936 fast vier Meter Breite bei einer Höhe von zwei Metern. Zunächst waren nur die Gefallenen des Ersten Weltkrieges darauf verzeichnet, nach 1945 wurde es um die Namen der Opfer des Zweiten Weltkriegs ergänzt. Am Eingang des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerkes hing die Gedenktafel bis zum Abriss des Gebäudes. Über einen neuen Standort konnte man sich bislang nicht einigen.

Nicht an der Kunsthalle

In der vorangegangenen Kulturausschusssitzung hatte sich die Direktorin der Kunsthalle, Meike Behm, ausdrücklich gegen den vorgeschlagenen Standort am Eingang der Kunsthalle ausgesprochen. Ihrer Meinung nach vermittelt die Aufstellung dieses Monuments aus der Zeit des Nationalsozialismus an dieser Stelle in der Öffentlichkeit den Eindruck, der Vorstand des Kunstvereins und die Leitung der Kunsthalle würden dieser Ideologie versöhnlich oder gleichgültig gegenüber stehen. Dieser Argumentation hatten sich mehrere Mitglieder und hinzu gewählte sachkundige Bürger angeschlossen.


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