Bauvorhaben zurückgestellt Anwohner sorgen sich um ihr Viertel im Lingener Strootgebiet

Von Thomas Pertz

Die Adolfstraße im Stadtteil Stroot in Lingen. Alte Eisenbahnerhäuser prägen vielfach den Stadtteil Foto: Thomas PertzDie Adolfstraße im Stadtteil Stroot in Lingen. Alte Eisenbahnerhäuser prägen vielfach den Stadtteil Foto: Thomas Pertz

Lingen. Alte Eisenbahnerhäuser prägen vielfach den Stadtteil Stroot in Lingen. Aber was passiert im Falle eines Abrisses auf den dann frei gewordenen Grundstücksflächen? Das Thema behandelte der Planungs- und Bauausschuss in seiner letzten Sitzung.

Konkret geht es um eine Bauvoranfrage für ein Grundstück in der Adolfstraße 33/35. Auf den Flächen möchte die Eigentümerin ein Wohngebäude mit sieben Wohneinheiten errichten.

Daraufhin hat sich ein Anwohner an die Stadtverwaltung gewandt und den Antrag auf Aufstellung eines Bebauungsplans gestellt, der gleichzeitig eines Zurückstellung des Baugesuchs für die Adolfstraße 33/35 bedeutet. Diesem Antrag des Anwohners wurde einstimmig entsprochen. Über den weiteren Antrag, die Anzahl der Wohneinheiten im Plangebiet auf zwei pro Grundstück zu begrenzen, soll im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplanverfahrens entschieden werden.

Anwohner in der Sitzung

Mehrere Anwohner hatten die Sitzung all Zuhörer verfolgt. In dem Antrag an die Verwaltung hatte der Anlieger auf die historisch gewachsene Siedlungsstruktur in dem Stadtviertel verwiesen. Aus städtebaulicher Sicht sei eine Nachverdichtung zwar sinnvoll, aber nur unter der Vorgabe, dass nachbarschaftliche Belange ausreichend berücksichtigt würden. Durch die gewachsene Wohnbebauung sei im Stadtteil eine hohe nachbarschaftliche Wohnqualität entstanden. Mehrgeschossige Neubauten in Wohnstraßen gefährden diese nach Auffassung der Anlieger. Ein Bebauungsplan könne mit dafür Sorge tragen, dass der Stadtteil lebendig und erhaltenswert bleiben und sich primär Familien dort ansiedeln könnten.

Dilemma

Der Antrag spreche ihm aus dem Herzen, meinte Jürgen Herbrüggen für die CDU-Fraktion. Die Aufstellung eines Bebauungsplans sei zwingend notwendig, meinte auch Stefan Wittler (SPD). „Damit tragen wir dem Wunsch der Anlieger Rechnung“, sagte Thomas Kühle für die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Marc Riße (Die Bürgernahen) beschrieb das Dilemma zwischen der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und Nachverdichtung. Die lohne sich aber oft nur dann, wenn die Grundstücksgröße maximal ausgenutzt werde. Riße mahnte deshalb Behutsamkeit an. Ein Bebauungsplan, der alle Interessen berücksichtige, sei das Ziel. In diesem Sinne hatte sich auch FDP-Ratsherr Jens Beeck geäußert.

Einstimmig hat der Ausschuss empfohlen, nach Abschluss des formalen Vergabeverfahrens das Büro Ahrens + Pörtner mit der Planung zur Sanierung und Umgestaltung des Bahnhofsgebäudes zu beauftragen. Wie berichtet, hatte die Architektengesellschaft aus Hilter am Teutoburger Wald den Architektenwettbewerb gewonnen. Stadtbaurat Lothar Schreinemacher erklärte, dass bis Ende Mai die Anträge gestellt seien, um Fördermittel der Landesnahverkehrsgesellschaft zu bekommen. Mit einer Zusage rechne er voraussichtlich Anfang 2019 und mit einem Baubeginn Ende nächsten Jahres.

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