Energiebündel in Lederjacken Schwedische Band Mando Diao rockt Emslandarena in Lingen

Von Matthias Becker

Echte Rocker: Mando Diao aus Schweden spielten vor rund 1300 Fans in der Lingener Emslandarena. Foto: Matthias BeckerEchte Rocker: Mando Diao aus Schweden spielten vor rund 1300 Fans in der Lingener Emslandarena. Foto: Matthias Becker 

Lingen. Am Aschermittwoch endet das närrische Treiben und die christliche Bußzeit beginnt. In der Emslandarena in Lingen starten Mando Diao durch und lassen die Gitarren und rund 1300 Fans kreischen.

Ihr einziges Konzert im Norden und Westen Deutschlands spielen die schwedischen Rocker in Lingen und beweisen dabei mal laut und mal bedacht, dass sie auch nach dem Ausstieg von Sänger Gustaf Norén weiterhin als exzellente Live-Band für Stimmung sorgen. Dank technischer Möglichkeiten verwandelt sich die Arena in einen Club. Auf der Bühne befinden sich ein paar Scheinwerfer und gut ist. Absolut ausreichend, denn am Lichtpult sitzt jemand, der sein Handwerk versteht.

Authentische Atmosphäre

So werden Sänger Björn Dixgård, Bassist Carl-Johan Fogelklou, Gitarrist Jens Siverstedt, Keyboarder Daniel Haglund und Schlagzeuger Patrik Heikinpieti von grellen Laser- und warmen Lichtstrahlen umgarnt. Im Vordergrund steht die Musik, Rock’n’Roll braucht keine bombastische Multimediashow, nur authentische Atmosphäre. Nach einem energiegeladen Auftritt der Punkrocker The OBMGs (The oOohh Baby Gimme Mores) aus Kanada, die als Vorband einen klasse Job hinlegen, stellen sich Mando Diao ihren Fans.

Mit dem Spirit des Ursprungs

Mittlerweile blicken die Rocker in den Lederjacken auf eine knapp 20-jährige Geschichte zurück. Höhen und Tiefen haben sie erlebt, doch nach dem Abschied des Frontmanns und dem Album „Ælita“ (2014), das durch Übermaß an elektronischen Klängen bei den Anhängern der ersten Stunde nicht ankam, war an ein Ende nicht zu denken. Das aktuelle Album „Good Times“, mittlerweile das achte Werk der Truppe, bringt den Spirit des Ursprungs zurück. Mit Songs aus dem aktuellen Album, „All the Things“, „Dancing All the Way to Hell“ und „Hit Me With a Bottle“ und zahlreichen Klassikern aus 18 Jahren Bandhistorie wie „Down In The Past“ und „Gloria“ sowie der Zugabe „Dance With Somebody“ elektrisieren Mando Diao die Gäste.

Ruhige Tracks für Entspannung

Gerade im letzten Drittel ist beim Publikum auszumachen, dass auch an einem Aschermittwoch die Post abgehen kann. Ausgeklügelt ist die Setlist gestaltet, denn es wird nicht ständig aufs Gaspedal gedrückt. Immer sorgen ruhige Tracks für Entspannung, sodass daraufhin gleich wieder der Schweiß den Weg durch die Drüsen findet.

Die Marke bleibt

Auch wenn Sänger und Gitarrist Gustaf Norén 2015 die Band in Freundschaft verlassen hat, bleibt die Marke Mando Diao mit der markanten Stimme von Mastermind Björn Dixgård identifizierbar. Ihren Ruf als wilde Live-Band werden die Musiker auf jeden Fall gerecht und eines ist sicher, Mando Diao sind zurück und wir schenken ihrer Aussage Glauben und freuen uns auf ein Wiedersehen in Lingen.