„Expert Rial-Kauf“ baut um „Urbanes Wohnen“ zwischen Elisabethstraße und Am Wall Süd in Lingen

Von Thomas Pertz

Die Elisabethstraße in der Lingener Innenstadt ist Teil eines städtischen Viertels, das zu einem „urbanen Gebiet“ entwickelt werden soll. Foto: Thomas PertzDie Elisabethstraße in der Lingener Innenstadt ist Teil eines städtischen Viertels, das zu einem „urbanen Gebiet“ entwickelt werden soll. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Ein wenig „in die Jahre gekommen“ ist das Wohnquartier zwischen Elisabethstraße, Sturmstraße und Am Wall Süd in der Lingener Innenstadt. Das innerstädtische Areal wird nun überplant mit dem Ziel, künftige bauliche Aktivitäten und Nutzungswünsche zu ordnen.

Bei zwei Enthaltungen der SPD beschloss der Planungs- und Bauausschuss die „frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung“ im Bebauungsplanverfahrens. Das Verfahren soll die künftige bauliche Nutzung des Stadtviertels unter dem Stichwort „Urbanes Gebiet“ regeln. Gemeint sind damit Wohnen und kulturelle Einrichtungen sowie Gewerbe, das nicht stört. Ausgeschlossen sind zum Beispiel Vergnügungsstätten wie Spielhallen, erläuterte Matthias Klesse, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung und Hochbau.

Der Altstadt Rechnung tragen

Der Bebauungsplan soll dem städtebaulichen Bild der nahe gelegenen Altstadt Rechnung tragen, aber auch dem steigenden Flächenbedarf in zentralen Lagen. Die Zweigeschossigkeit mit steilen Dächern bleibt in der Elisabethstraße auch künftig erhalten. Innerhalb des Plangebietes sind aber auch drei Vollgeschosse möglich. Höher wolle man nicht gehen, beantwortete Baudezernent Lothar Schreinemacher eine entsprechende Frage eines Bürgers.

Wohin mit dem Auto?

Mögliche Neubauprojekte in der Elisabethstraße müssen sich auch mit der Frage der Organisation von Stellplätzen auseinandersetzen, ein Thema, das im Fachausschuss länger diskutiert wurde. Die CDU begrüße die weitere Verdichtung im Innenstadtbereich, sagte Fraktionsvorsitzender Uwe Hilling. Es sei aber zu berücksichtigen, dass künftige Bewohner auch zwei Autos haben könnten. Die Frage sei deshalb, ob nicht pro Wohneinheit zwei Stellplätze festgelegt werden sollten.

Die Verwaltung favorisiert eine Tiefgaragenlösung, auch wenn dies sicher nicht an jeder Stelle möglich sein werde, meinten Klesse und Schreinemacher. „Wenn sich alle einig sind, könnte es auch eine gemeinsame Zufahrt für eine Tiefgarage geben“, verwies Schreinemacher auf die Möglichkeit der Kooperation künftiger Bauherren in der Elisabethstraße.

Dienstleistungen und Wohnungen

Innerhalb des Plangebietes liegt auch das Forum der Volkshochschule. Es gibt Überlegungen, die VHS langfristig in das Gebäude der ehemaligen Gebrüder-Grimm-Schule an der Elsterstraße unterzubringen. Das dann frei werdende Grundstück an der Ecke Zum Neuen Hafen/Am Wall Süd könne, so Schreinemacher, für eine Mischung aus Dienstleistung und Wohnen genutzt werden.

Fachmarkt „Rial-Kauf“ wird saniert

Der Stadtbaurat verwies in der Sitzung außerdem auf Pläne zur Sanierung des Fachmarktes „Expert Rial-Kauf“ an der Georgstraße. Das Unternehmen modernisiert den Fachmarkt von Grund auf. Die Arbeiten sollen Anfang April beginnen. „Das Nebenzentrum Georgstraße wird dadurch deutlich aufgewertet“, sagte Schreinemacher. Während der Umbauarbeiten findet der Geschäftsbetrieb bei Rial-Kauf in einer bislang leer stehenden Halle an der Ecke Frerener Straße/Am Hundesand statt.

Mehr aus Lingen lesen Sie in unserem Ortsportal.