2017 mit positiver Bilanz Sparkasse Emsland wird digitaler und bleibt bodenständig

Von Thomas Pertz

Gesprächspartner der Redaktion (von links): Die Vorstandsmitglieder der Sparkasse Emsland, Oliver Roosen, Marco Menne und Ludwig Momann (von links).Gesprächspartner der Redaktion (von links): Die Vorstandsmitglieder der Sparkasse Emsland, Oliver Roosen, Marco Menne und Ludwig Momann (von links).

Meppen. Trotz eines schwierigen Marktumfeldes hat die Sparkasse Emsland für das Geschäftsjahr 2017 eine positive Bilanz gezogen.

„Wir sind voll auf dem Weg Richtung digitale Sparkasse“, sagte Vorstandsvorsitzender Ludwig Momann in einem Pressegespräch. Gleichzeitig bleibe sie in der Fläche präsent, unterstrichen seine Vorstandskollegen Oliver Roosen und Marco Menne die Bedeutung des direkten Kontaktes zum Kunden. „Digitaler werden, Sparkasse bleiben“, laute das Motto.

Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum Vorjahr um 131 Millionen Euro auf 3,5 Milliarden Euro, ein Plus von 3,8 Prozent. Deren Aussagekraft wollte Momann aber nicht zu viel Bedeutung beimessen, da sie auch gesteuert werden könne. Ganz anders ist dies seinen Worten zufolge beim Kundengeschäftsvolumen. Es stieg erneut von 5,5 Milliarden auf knapp 5,8 Milliarden Euro (+ 5,7 Prozent). Momann sprach von einem „guten, erfolgreichen Jahr 2017“, ohne auf nähere Details zum Bewertungsergebnis eingehen zu wollen. „Wir streben kein sprunghaftes Wachstum an, sondern wollen aus der Region heraus wachsen“. Hier wolle die Sparkasse Emsland ihre Geschäfte machen, so der Vorstandssprecher. Er geht von durchschnittlichen Wachstumsraten zwischen vier und sechs Prozent aus.

Digitale Geschäftsbeziehungen wachsen

Um die zu erreichen, will sich die Sparkasse Emsland weiterhin gut aufstellen – virtuell und vor Ort. Die größten Wachstumsraten verzeichnet sie bei den digitalen Geschäftsbeziehungen. Allein beim Online-Banking hat die Sparkasse Emsland 2017 über 4.000 neue Teilnehmer hinzugewinnen können und liegt aktuell bei 57.000 Nutzern. 58 Prozent der Girokonten werden heute online geführt (104.000 von 180.000). Die Anzahl der Kunden, die die App der Sparkasse nutzen, stieg um 3.000 neue Teilnehmer auf mehr als 20.000. „Die Digitalisierung entwickelt sich sehr dynamisch“, betonte Momann. Sie sei eine große Chance für die Sparkasse, weil sie einen anderen Zugang zu den Kunden ermögliche, erläuterte Menne.

Investitionen in Geschäftsstellen

Die Digitalisierung werde die direkte Beziehung zum Kunden aber nicht ersetzen, sondern ergänzen, hoben die Vorstandsmitglieder hervor. „Wir haben auch 2017 stark in die Fläche investiert“, erklärte Roosen. Durch Umbaumaßnahmen in den Filialen Spelle, Emsbüren und Haselünne wurde Service- in Beratungsfläche umgewandelt. Am Standort Geeste-Dalum wurde mit dem Bau einer neuen Geschäftsstelle begonnen, die im Frühjahr 2018 eröffnet wird. Am Standort Lingen Am Markt wurde mit dem Architektenwettbewerb ein umfassender Umbauprozess angestoßen. Gute äußere Rahmenbedingungen in den Geschäftsstellen gehen dabei einher mit einem erweiterten Service in den Kundencentern. „Früher war die Beratungszeit identisch mit der Öffnungszeit“, sagte Roosen. Heute sei diese individuell auf den Kunden zugeschnitten. Werktags könnten sich die Kunden zwischen 8 und 19 Uhr an die Berater wenden.

„Die Beratung ist uns wichtiger, nicht, die Überweisung auszupinseln“, formulierte es Momann. Dies setze eine hoch qualifizierte Belegschaft voraus. Das wichtigste Kapital der Sparkasse bleibt deshalb den Worten des Vorstandes zufolge die Belegschaft. Als erstes Kreditinstitut im Emsland wurde die Sparkasse Emsland als „IHK TOP Ausbildungsbetrieb“ durch die IHK zertifiziert. „Diese Auszeichnung steht für ein besonderes Qualitätsmerkmal in der Ausbildungskompetenz“ so Roosen.

Wegen des anhaltend niedrigen Zinsniveaus verzeichnete die Sparkasse Emsland auch 2017 eine starke Nachfrage nach Investmentfonds als Anlagealternative zwecks eines langfristigen Vermögensaufbaus. Auch Immobilien sind beliebte Anlageobjekte. Aufgrund der Knappheit in der Region suche die Sparkasse für Kunden auch nach Anlageobjekten in anderen Regionen, sagte Menne.