Infos zur Situation in Angola Georgianer aus Lingen besuchen Friedensdorf

Mit der Lebenssituation von Kindern in Angola konfrontiert sahen sich jetzt Schüler des Gymnasiums Georgianum aus Lingen bei einem Besuch des Friedensdorfes in Oberhausen. Foto: GeorgianumMit der Lebenssituation von Kindern in Angola konfrontiert sahen sich jetzt Schüler des Gymnasiums Georgianum aus Lingen bei einem Besuch des Friedensdorfes in Oberhausen. Foto: Georgianum

Lingen. Schüler des Gymnasiums Georgianum aus Lingen haben jetzt zwei Tage im Friedensdorf in Oberhausen verbracht. Dort setzten sie sich mit der Situation von Kindern aus Angola auseinander – einem von einem langjährigen Bürgerkrieg geprägten Land. Das hat das Georgianum mitgeteilt.

Im Vorfeld hatten sich die Lingener Schüler des Seminarfachs „Georgianer für Menschen in Not“ mit der Arbeit des Friedensdorfes beschäftigt. Doch was sie vor Ort erfuhren und erlebten, lasse sich theoretisch nicht erarbeiten, heißt es in der Pressemitteilung.

Trinkwasser teurer als Benzin

Die meisten Kinder des Friedensdorfes stammen aus Angola. Dort gebe es mehr Landminen als Einwohner, Trinkwasser sei teurer als Benzin, das Durchschnittseinkommen einer zehnköpfigen Familie liege bei knapp 200 US-Dollar im Monat.

Deformierte Gesichter

Eine Folge davon ist der Mitteilung zufolge zum Beispiel, dass sich Familien gezwungen sehen, die Gasflaschen ihrer provisorischen Kochstellen selbst nachzufüllen. Laienhaft durchgeführte Arbeiten brächten sie in Lebensgefahr. Die Schüler trafen im Friedensdorf auf Kinder, die Opfer explodierter Gasflaschen oder Landminen sind. Deren Augen und Nasen sind stark deformiert, das Gesicht teils unkenntlich, die Haut in weiten Teilen verbrannt.

Ausgelassen und zufrieden

Zwei Mal im Jahr würden vor Ort Kinder auswählt, deren Überleben nur durch Operationen und Behandlungen in Deutschland gewährleistet werden kann. Diese würden nach Deutschland ausgeflogen, in Krankenhäusern kostenlos operiert und betreut, bevor sie im Friedensdorf in Oberhausen auf ihre Heimkehr vorbereitet werden. Finanziert wird die Hilfe den Angaben zufolge zu 100 Prozent aus Spenden. Ihre Erfahrungen in Angola schweißen die Kinder zusammen. Sie entwickeln im Friedensdorf eine gemeinsame Ausgelassenheit, Zufriedenheit und Fröhlichkeit, die es leicht machen ihnen zu begegnen.

Abschiedsfest

Dazu hatten die Schüler des Georgianums zwei Möglichkeiten. Abends waren sie auf dem Abschiedsfest eingeladen, das immer dann stattfindet, wenn Kinder in ihre Heimat zurückkehren. Nach anfänglicher Scheu fanden sich schließlich alle Schüler auf der Tanzfläche wieder, links und rechts mit Kindern an ihren Händen, mit denen sie tanzten oder einfach herumtobten.

Bastel-Workshop

Am zweiten Tag führten die jungen Erwachsenen Bastel-, Kreativ- und Malworkshops durch, die sie im Unterricht geplant und vorbereitet hatten. So freuten sich die Kinder darüber, dass sie selbstgestaltete Stoffbeutel, Armbänder und Ketten als Erinnerung an die Begegnung mit den Schülern des Georgianums mitnehmen durften.

100 Euro gespendet

Darüber hinaus spendete die Georgianer dem Friedensdorf 100 Euro, die sie mit Plätzchen- und Brotverkauf beim Tag der offenen Tür der Schule erwirtschaftet hatten.