Kostenübernahme noch offen Verspätete Bahn: Lingener Schüler fahren mit Taxi zur Elbphilharmonie

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Lingen. Konzertsaal statt Klassenzimmer: Diese Einladung des NDR für einen Besuch der Elbphilharmonie in Hamburg versprach auch für 24 Schüler der BBS Lingen Wirtschaft ein besonderer Tag zu werden. Die Deutsche Bahn sorgte dafür, dass daraus ein kleines Abenteuer wurde.

Auf dieses Abenteuer hatte wenige Minuten nach 7 Uhr noch nichts hingewiesen. Schüler und Lehrer waren pünktlich am Lingener Bahnhof eingetroffen. „Nur zwei Minuten Verspätung und das bei minus 8 Grad, mal sehen was da noch kommt“, bemerkte ein Schüler – dem hatte aber niemand wirklich Bedeutung beigemessen. Doch es sollte anders kommen.

IC wird angehalten

Schon auf dem Weg nach Rheine hielt der Zug auf offener Strecke. Ein Bahnübergang habe sich nicht geschlossen, lautete eine Lautsprecherdurchsage. Daraufhin nahm Karin Schildt, Koordinatorin und begleitende Lehrerin, Kontakt mit dem Zugbegleiter auf und erklärte, dass die 24 jungen Leute auf dem Weg zu einem Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie seien und auf keinen Fall den Anschluss in Rheine verpassen dürfen. Die Reaktion war überraschend positiv: Der IC wurde angehalten, sodass in Rheine alles reibungslos klappte.

Anschlusszug verpasst

Auf der Strecke nach Osnabrück hielt der IC dann so oft, dass auch der nächste Anschluss nicht mehr zu schaffen war. Auch hier suchte die Lehrerin den Kontakt zum Bahnmitarbeiter. Schließlich ging es nur um maximal fünf Minuten. Auch hier sicherte man zu: Die Anschlusszüge warten. Genauso war es auf der Internetseite der Bahn zu lesen. Doch als die Lingener Gruppe im Spurt den Gleis erreicht hatte, war der Zug bereits weg. Für den nächsten, der im Normalfall eine Stunde später gefahren wäre, waren bereits 40 Minuten Verspätung angezeigt. Damit war Hamburg per Schiene nicht pünktlich zum Konzert zu erreichen.

Für 1800 Euro nach Hamburg

Einzige Chance, Hamburg noch rechtzeitig zu erreichen, war per Auto. Nach kurzen Verhandlungen mit Taxifahrern vor dem Bahnhof, entschieden Schulleiter Hans-Jürgen Grosse und Karin Schildt, mit sechs Taxen die Fahrt durchzuführen. Kosten: 1800 Euro.

Beeindruckt von Architektur und Musik

Schließlich sind noch alle rechtzeitig in der Elbphilharmonie eingetroffen. Begeistert waren am Ende Lehrer und Schüler gleichermaßen. „Als die Mail vom NDR eintraf, haben wir keine Sekunde gezögert und Karten geordert“, erklärte Schulleiter Grosse. „Ich war froh, den Schüler einmal etwas aus dem künstlerischen und musischen Bereich bieten zu können, weil es das bei uns an der Schule sonst nicht gibt.“ Es wurde nicht eine Klasse bestimmt, sondern „wirklich interessierte Schüler“ durften sich auf einer Liste zur Teilnahme eintragen. So sind Schüler aus verschiedenen Klassen des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft, der Fachoberschule Wirtschaft sowie aus den Berufsschulklassen für Bankkaufleute und Verwaltungsfachangestellte mitgefahren.

Zuschauer einbezogen

„Das war ein toller Ausflug, der viel Spaß gemacht hat“, sagte am Ende David Sülow stellvertretend für die Schüler. „Unsere Plätze waren genial und es war gut, dass die Zuschauer miteinbezogen wurden“, ergänzte Simon Otto. „Fasziniert von der tollen Musik“ waren Kristina Kopel und Sandra Pleus, die gerne die „einmalige Chance“ genutzt haben, einmal in die Elbphilharmonie zu kommen. Auch die Architektur und die riesigen Rolltreppen beeindruckten die jungen Damen.

Wer trägt die Kosten?

Offen ist jetzt noch, wie es mit den Kosten weitergeht. Eine Aufforderung zur Kostenerstattung ging unmittelbar nach dem Konzert an die Deutsche Bahn.


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