„Jamaika“ beliebtes Motiv Merkel mit Rasta-Locken beim Lingener Rosenmontagszug

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Lingen. Was hilft gegen lausig-kalten Wind, wie beim Rosenmontagszug in Lingen? Rasta-Locken aus Jamaika zum Beispiel. Die schwarz-gelb-grüne Landesfarbe der Karibikinsel bestimmte einige Motive im Lingener Karneval.

Sie war aber keine Urlaubsempfehlung, sondern politisch gemeint. Klar, dass die gescheiterten Verhandlungen in Berlin zur Bildung einer „Jamaika“-Koalition aus CDU/CSU, Grünen und FDP auch beim Umzug in Lingen eine Rolle spielten. Zum Beispiel beim Baccumer „Narren-Club“. Mit 42 Jecken war der insgesamt 125 Mitglieder starke Verein angereist. Grünen-Politiker Cem Özdemir, FDP-Chef Christian Lindner und Bundeskanzlerin Angela Merkel schauten in bemalter Form vom Wagen herab, die Kanzlerin mit Rasta-Locken, was sie aber nicht glücklicher dreinschauen ließ.

In vergangenen Jahren war der Baccumer „Narren-Club“ Rosenmontag auch schon mal an Lingen vorbei Richtung Emsbüren gefahren, um dort am Zug teilzunehmen. Die letzten fünf Jahre aber nicht mehr. „Wir stimmen in unserer Generalversammlung am 11. November ab“, sagte Paul Overhoff. Die Wahl sei zuletzt immer auf Lingen gefallen.

Auch die Karnevalsfreunde aus Bramhar hatten sich das „Jamaika“-Thema auf ihren Wagen gepinselt. „Jamaika in Berlin ein Graus, kommt in Bramhar ganz groß raus“, wussten sie zu berichten. Die Strickmützen der Mitglieder waren ebenfalls in schwarz-gelb-grüner Farbe gehalten und hätten vielleicht auch Christian Lindner gut gestanden – aber der wollte ja nicht.

Fünf lustige Witwen

Gar nicht traurig unterwegs, obwohl ganz in Schwarz gekleidet, waren fünf Frauen aus Laxten. „Die reichen Witwen lassen es krachen“, meinten Anita, Ela, Marion, Karin und Lisa. „Mehr sind wir nicht, die anderen sind leider noch nicht verwitwet“, meinte eine von ihnen mit derbem Charme. Sie seien langjährige Freundinnen, erzählten die fünf, die jede Menge Sekt an Bord hatten. Den hätten sie auch den Kindern überreichen können, schwebten die Sektflaschen doch lediglich als Luftballons an ihrem Wagen.

„Kniefreie“ Gladiatoren

Trotz des eisigen Windes „kniefrei“ dabei waren römische Gladiatoren. Die Kälte egal waren Asterix und Obelix, die aus ihrem kleinen, gallischen Dorf nach Lingen gekommen waren und zur Not gegen den frostigen Wind auch etwas „Zaubertrank“ hätten trinken können. Warm angezogen war die Gruppe „Zehn gegen Willi“ aus Bawinkel. Als Zeichentrickfigur „Paulchen Panther“ verkleidet, war ihr Fell dick genug. In Hasenkostümen gut eingepackt, waren die Mitglieder des Musikvereins Grafschafter Edelweiß, die zum Schunkeln und Mitsingen einluden.

Schön in Lingen anzusehen waren natürlich auch die verkleideten Jecken an den Straßenrändern. „Maikäfer“, die deutlich mehr Punkte hatten als der „Effzeh“ aus der Karnevalshochburg Köln, waren ebenso zu sehen wie Zauberer und Piraten, Cowboys und Indianer. Sie alle waren gut ausgerüstet mit Tüten, Rucksäcken und Ähnlichem mehr, um die Süßigkeiten aufzufangen, die von den Wagen aus verteilt wurden. Natürlich auch von dem der Stadt Lingen, der für das Weltkindertheaterfest im Juni warb. Wer weiß: Vielleicht gibt es dann ähnliche Temperaturen wie auf Jamaika, die dann aber besser ohne Rasta-Locken-Perücken auszuhalten sind.

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