Tausende Besucher Stimmung und gute Laune beim Karneval in Bawinkel

Von Wilfried Roggendorf


wrog Lingen. Tausende haben am Karnevalssamstag 2018 den 19. Umzug der „Spaßmakers ut Bawinkel“ besucht. Anschließend feierten viele noch bei den Zeltfeten weiter.

Die Teilnehmer des Zuges, insgesamt gab es 94 Wagen und Fußgruppen, hatten so einige kreative Ideen. „In diesem Jahr da ist‘s verdreht, nicht nur die Uhrzeit, auch der Weg“, spielte eine Gruppe auf den mit 13.11 Uhr eine Stunde früher als in den Vorjahren liegenden Start des Umzuges an, dessen Strecke diesmal auch entgegengesetzt abgefahren wurde. einige Gruppen nahmen das lokale Geschehen auf‘s Korn, beispielsweise die Kostenexplosion bei der Sanierung des Schwimmbades in Lengerich, deren Verzögerung mit dem Bau des Berliner Flughafens „BER“ vergleichbar sei. „Oh je, müssen wir jetzt in den Saaler See?“ fragte sich die Gruppe. Aber auch eine Abholzungsaktion und das Kneipensterben in Bawinkel waren Thema: „Mondlandschaft Bawinkel: Kneipe dicht, Wald gerodet – und Abflug“, machten sich die „Flexer“ mit ihrer Enterprise auf in die „unendlichen Weiten“ des Bawinkeler Karnevalumzuges.

„No-Groko-Joint“ und Klimaschutz

Natürlich spielte auch die Bundespolitik eine Rolle. „Jamaika, in Berlin ein Graus, kommt in Bramhar ganz groß raus“, meinte der Karnevalsverein Bramhar, auf dessen Wagen dazu noch ein „No-Groko-Joint“ dampfte. Die Ausrichter des Umzuges, der Karnevalsclub „De Spaßmakers ut Bawinkel“, wollten selbst das Sagen haben: „Angie verliert den Verstand, jetzt nehmen wir das Zepter in die Hand“, lautete das Motto ihres Wagens. Weltpolitisches war auch Thema im Umzug: „Wenn Trump so weiter macht, ist für Eskimos bald Schicht im Schacht“, war nicht die einzige Anspielung auf die Klimaschutzpolitik des US-Präsidenten.

„Shopping Queens“ und „Partyanimals“

Natürlich fehlten auch bunte Themen nicht. Dafür sorgten beispielsweise die „Shopping Queens“, die „Partyanimals“ oder ein Oktoberfestwagen. Mit dabei waren auch wieder die Karnevalisten aus Alfhausen, deren Gardetänzerinnen nicht nur während des Umzuges, sondern hinterher auch noch auf einem der beiden Festzelte die Beine schwangen. Letzteres war allerdings garnicht so einfach, denn im Hauptzelt herrschte eine fast schon unangenehme Enge. Otto Giese, Vorsitzender der Spaßmakers, meinte dazu: „Es ist an der Grenze.“

Burgdorf: Highlight für die Region

Matthias Lühn, Samtgemeindebürgermeister von Lengerich, sprach von einer wirklich gelungenen Veranstaltung. „Es waren mehr Leute da als im letzten Jahr“, sagte er. 2017 besuchten den Umzug nach Schätzungen der Veranstalter rund 15.000 Karnevalfans. „Ich zeige Respekt vor den Leuten, die den Umzug ehrenamtlich organisieren“, betonte Lühn. Marc-André Burgdorf, Dezernent beim Landkreis Emsland, sprach von einem „Highlight für unsere Region“. Die Spaßmakers waren ebenfalls zufrieden. „Eine Stunde früher zu beginnen und die Zugrichtung zu ändern, war gut“, erklärte Zugmarschall Hubert Schulten.

Mehr alkoholbedingte Einsätze

Auch aus Sicht der Polizei verlief der Bawinkeler Karneval im Verhältnis zu seiner Besucherzahl, die Einsatzleitung schätzte 12.000, normal. „Es gab sechs Körperverletzungen und einen Diebstahl“, erklärte die Polizei auf Nachfrage unserer Redaktion. Allerdings hatte der Sanitätsdienst mehr zu tun als in den Vorjahren. „Seit 14 Uhr gab es bereits alkoholbedingte 13 Einsätze“ erklärte Burgdorf gegen 20 Uhr. Allerdings seien keine lebensbedrohlichen Fälle dabei gewesen. „Nach der Behandlung sind die meisten wieder auf die Beine gekommen.“