Dorfentwicklung geht voran Statt Trampen, Bus und Auto: In Biene gibt es eine „Mitfahrer-Bank“

Von Julia Mausch

Ralf Plaggenborg, Ortsratmitglied in Holthausen, hält einen Flyer hoch, der auf die „Mitfahrer-Bank“ hinweist. Nur eine Maßnahme, die im Rahmen der Dorferneuerung geschaffen wurde. Foto: Julia MauschRalf Plaggenborg, Ortsratmitglied in Holthausen, hält einen Flyer hoch, der auf die „Mitfahrer-Bank“ hinweist. Nur eine Maßnahme, die im Rahmen der Dorferneuerung geschaffen wurde. Foto: Julia Mausch

Lingen. Diejenigen, die in Holthausen-Biene kein eigenes Fahrzeug haben, haben von nun die Möglichkeit, dennoch in die Nachbarstadt oder andere Gemeinde zu gelangen. In dem Lingener Ortsteil gibt es jetzt eine „Mitfahrer-Bank“. Nur eine Maßnahme, die im Rahmen der Dorferneuerung geschaffen wurde.

Was tun, wenn man auf das Auto angewiesen ist, aber keines hat und die Busse nur stündlich fahren? Warten, Taxi oder direkt auf den geplanten Ausflug in die Nachbargemeinde verzichten? In Holthausen-Biene wurde dafür eine „Mitfahrer-Bank“ geschaffen. An der Kreuzung Lange Straße/Geester Straße sowie vor der Ortsverwaltung befinden sich nun Bänke, auf dem sich die Holthausen-Biener niederlassen können und somit Vorbeifahrenden signalisieren, dass sie mitgenommen werden möchten. (Weiterlesen: Kreuzung in Holthausen-Biene wird neu gestaltet)

200.000 Euro teure Maßnahme

„Einen ausgeprägten dörflichen Gemeinschaftssinn hat es in Holthausen-Biene immer schon gegeben – jetzt aber hat dieser seine eigene Bank“, sagt Marc Pavlitzek, Mitarbeiter im Fachdienst Stadtplanung. Pavlitzek hat sich genauso wie andere Vertreter der Verwaltung, des Ortsrates, des Planungsbüros Stadtlandschaft aus Hannover sowie des Arbeitskreises Ortserneuerung dafür engagiert, dass die Ortsmitte in Holthausen-Biene etwas schöner wird. Jetzt gibt es eine Mitfahrerbank – nur eine Maßnahme die im Rahmen der Dorferneuerung geschaffen wurde. Insgesamt 200.000 Euro wurden dafür in die Hand genommen. Vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) gab es einen Zuschuss von 50 Prozent. Nicht ohne Grund: Das Ziel von ArL ist es, dass Leben in einem Dorf lebenswerter zu machen.

„Berliner Kissen“ stoppen Autofahrer

Vor allem der Kreuzungsbereich Lange Straße/Geester Straße wurde entschärft. „Autofahrer haben die Geester Straße gerne als Rennstrecke benutzt“, erinnert sich Oberbürgermeister Dieter Krone an die Straßenverhältnisse vor einem Jahr. Um die Geschwindigkeit der Autofahrer zu drosseln und den Anwohnern nicht mehr das Gefühl zu geben, sie würden in einer Gefahrenstelle leben, gibt es in dem Kreuzungsbereich nahe der Einmündung Osterkampstraße nun „Berliner Kissen“ – eine kissenartige Schwelle – vor der Autofahrer abbremsen müssen, wenn sie nicht ihr Fahrzeug demolieren wollen.

Holthausen-Biene soll grüner werden

Zusätzlich wurde unter der Leitung von Harald Meyer vom Büro Stadtlandschaft aus Hannover eine höhengleiche Pflasterung an der Einmündung zur Molkereistraße geschaffen und Busbuchten an der Langen Straße, die nicht mehr genutzt werden, verändert. Statt einer Haltebucht gibt es dort nun Grünflächen. Allgemein soll Holthausen-Biene – trotz direkter Nähe zum Speicherbecken – grüner werden. An der Kreuzung Lange Straße/Geester Straße wurde eine Streuobstwiese mit sechs verschiedenen Obstbäumen angelegt sowie Sitzbänke aufgestellt. Verschiedene Infotafeln sollen Radfahrer, die dort eine Rast machen, über das touristische Angebot informieren. Und wenn es mal regnet, dient das alte Buswartehäuschen als Aufenthaltsort.