Zukunft des Supermarktes ungewiss Darum schließt der Markant-Markt in Holthausen-Biene

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Lingen. Nach knapp 17 Jahren ist Schluss. Björn Dohle, Inhaber des Markant-Marktes in Holthausen-Biene, schließt den Supermarkt in Holthausen-Biene. Nicht, weil der Supermarkt kein Geld mehr abwirft, sondern aus einem anderen Grund.

Der gebürtige Meppener, dessen Vater in Lohne einen Lebensmittelmarkt führt, hatte mit gerade einmal 21 Jahren nach seinem Fachabitur und seiner Zeit bei der Bundeswehr den Lebensmittelmarkt in Holthausen-Biene übernommen. Der Grund für die Schließung des Marktes ist nicht der Umsatz. „Der Supermarkt ist rentabel“, betont Dohle im Gespräch mit dieser Redaktion. Er habe sich aber in der Zusammenarbeit mit der Bünting-Gruppe, zu der Markant gehört, nicht mehr wohlgefühlt.

„Eine Betriebsschiene zu fahren ist einfacher“

Der 38-Jährige wollte den Markant in einen Edeka-Markt umwandeln. Das hatte er vor einem Jahr schon mit seinen zwei anderen Lebensmittelmärkten in Bawinkel und Lingen-Bramsche gemacht. Beinahe zeitgleich hatte er in Dreierwalde ebenfalls einen Edeka-Markt übernommen. Ab dem 1. April kommt voraussichtlich ein weiterer in Hopsten hinzu.

Der Lebensmittelmarkt in Holthausen-Biene wäre somit der fünfte Lebensmittelmarkt von Björn Dohle gewesen. Das Problem: In Biene ist eben ein Markant – und kein Edeka-Markt. „Eine Betriebsschiene zu fahren ist einfacher“, ist er realistisch. Man könne ja auch nicht mit zwei verschiedenen Frauen verheiratet sein.

Markant und Edeka

Aus diesem Grund wollte Dohle aus Markant einen Edeka-Markt machen. Doch genau das war nicht realisierbar, wurde in Gesprächen mit den Verantwortlichen Mitte 2017 klar. Zwar gehört das Gebäude in Holthausen-Biene der Familie Wintering, die dort auch eine Bäckerei-Filiale betreibt. Sie hat das Gebäude aber an die Bünting-Gruppe vermietet. Björn Dohle fungiert lediglich als Pächter.

Der Geschäftsmann hat das Mietverhältnis im Oktober vergangenen Jahres gekündigt. Trotz Herzschmerz: „Schließlich ist das mein erster Supermarkt gewesen.“ Bei einer Weiterführung hätte er in das Geschäft eine nicht unerhebliche Summe investieren müssen. „Das Inventar ist schon knapp 17 Jahre alt.“ Hätte er aus dem Markant-Markt einen Edeka-Markt machen können, wäre der Markt renoviert worden – so wie er es auch in seinen anderen Geschäften gehandhabt hat. Nun hat er das Mietverhältnis aber gekündigt. Seine drei festangestellten Mitarbeiter sowie die zwei Auszubildenden hat Dohle eigenen Angaben zufolge in seinen anderen Märkten untergebracht, den Aushilfen musste er kündigen.

Nachfolge: ungewiss

Wie es um die Zukunft des Supermarktes in Holthausen-Biene bestellt ist, ist derzeit ungewiss. „Gerade für die ältere Bevölkerung ist diese Entwicklung fatal“, sagt Ortsbürgermeister Uwe Dietrich. Seit Monaten hätte es zwischen dem Ortsrat, der Wirtschaftsförderung der Stadt Lingen und der Bünting-Gruppe Gespräche gegeben. Man sei davon ausgegangen, dass es einen fließenden Übergang gebe und ein Nachfolger feststehe. Die jetzige Entwicklung sei überraschend.

Bünting befindet sich in Gesprächen

Auch Dohle wünscht sich, dass das Gebäude nicht leerstehen wird – ebenso wie die Stadt Lingen. „Wir sind aktuell in guten Gesprächen mit der Bünting-Gruppe und dem Eigentümer Wintering und hoffen, in Kürze einen neuen Pächter präsentieren zu können“, heißt es dazu aus der Verwaltung. Die Bünting-Gruppe selbst sagt auf Nachfrage, dass man „sehr daran interessiert ist, den Markant-Markt in Lingen-Biene weiterhin zu betreiben“. Aktuell befinde man sich bereits in Gesprächen bezüglich einer potenziellen Nachfolge und hoffe auf eine baldige Lösung.

Mehr aus Lingen lesen Sie in unserem Ortsportal.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN