Zuschüsse an Vereine beschlossen Kritik am Landkreis im Lingener Sportausschuss

Von Wilfried Roggendorf

Lisa Schnitker (grünes Trikot) von der SG Darme Schepsdorf und die Brögberner Spielführerin Sandra Bekel im Zweikampf bei der DFSL 2017 in Biene. Jetzt ist die seit 2001 ausgetragene DFSL zur Traditionsveranstaltung im Lingener Sport erklärt worden. Foto: Wilfried RoggendorfLisa Schnitker (grünes Trikot) von der SG Darme Schepsdorf und die Brögberner Spielführerin Sandra Bekel im Zweikampf bei der DFSL 2017 in Biene. Jetzt ist die seit 2001 ausgetragene DFSL zur Traditionsveranstaltung im Lingener Sport erklärt worden. Foto: Wilfried Roggendorf

wrog Lingen. Der SC Baccum, der SV Holthausen-Biene und der BV Clusorth-Bramhar erhalten Zuschüsse für Bauvorhaben. Zudem wird die Damenfußball-Stadtmeisterschaft (DFSL) zur Traditionsveranstaltung erklärt. Dies hat der Sportausschuss am 6. Februar 2018 der Stadt Lingen beschlossen.

Die Renovierung und energetische Sanierung des Vereinsheimes der Tennisabteilung im SC Baccum kostet geschätzt rund 61.500 Euro. Bis zu 15.400 Euro Zuschuss gewährt die Stadt Lingen für die Maßnahmen. Dies hat der Ausschuss einstimmig beschlossen.

Kritik äußerte Ralf Plaggenborg (SPD) in diesem Zusammenhang am Landkreis Emsland. Dieser hatte eine Förderung mit der Begründung abgelehnt, „dass aufgrund der Vielzahl der Investitionsmaßnahmen im gesamten Sportbereich Maßnahmen im Bereich des Tennissportes grundsätzlich aus der Förderung herausgenommen wurden“, heißt es in der Beschlussvorlage der Lingener Stadtverwaltung.

„Die Mehrheit der CDU im Kreistag verhindert eine Förderung“, kritisierte Plaggenborg. Der Sozialdemokrat forderte, dies in den politischen Gremien des Landkreises zu korrigieren. Michael Fuest (Grüne) erklärte, ein Antrag, dies zu ändern, sei erst vor Kurzem abgelehnt worden. „Und das, obwohl der Landkreis im Geld schwimmt“, machte Fuest sein Unverständnis deutlich.

10.000 Euro für den BV Clusorth-Bramhar

Der BV Clusorth-Bramhar plant, an seinem Vereinsheim eine Überdachung in Richtung des Hauptplatzes zu bauen. Diese soll 125 Quadratmeter Fläche haben und aus ballsicherem Glas bestehen. Die Überdachung soll bei widrigen Witterungsverhältnisses den Besuchern von Sportveranstaltungen Unterstellmöglichkeiten bieten, die sonst kaum vorhanden seien. Die Gesamtkosten kalkuliert der Verein mit 40.000 Euro. Die Stadt Lingen soll 10.000 Euro Zuschuss gewähren.

„Geht das nicht billiger?“, fragte Fuest. Der Verein habe versichert, das günstigste von mehreren Angeboten vorgelegt zu haben, hieß es seitens der Verwaltung. Robert Koop (Bürgernahe) fragte, ob das Vorhaben technisch möglich sei. „Der Verein braucht eine Baugenehmigung. Dann wird geprüft, ob das geht“, erklärte Karsten Reiß vom Sportamt. Der Ausschuss bewilligte den Zuschuss bei Enthaltung von Koop und Fuest mehrheitlich.

DFSL wird Traditionsveranstaltung

2670 Euro soll die Erneuerung der Pumpensteuerung auf dem Tennisgelände des SV Holthausen-Biene kosten. Der Ausschuss beschloss einstimmig einen städtischen Zuschuss von 667 Euro. Ebenso einstimmig wurde beschlossen, die seit 2001 jährlich ausgetragene DFSL als Traditionsveranstaltung in die Sportförderrichtlinien aufzunehmen. Damit erhält der jeweilige Ausrichter auf Antrag einen Zuschuss von 600 Euro. Bislang hatte die Stadt die DFSL mit jährlich 150 Euro für den Kauf von Pokalen unterstützt. Dies entfällt in Zukunft.


Keine Förderung für alle Sportarten durch den Landkreis Emsland

Nicht alle Sportarten und Maßnahmen werden vom Landkreis Emsland finanziell gefördert. Seit 1994 bildet die verwaltungsinterne „Grundlage der investiven Sportförderung“ im Landkreis Emsland die Basis für die einheitliche Entscheidungspraxis bei Zuwendungen, teilte die Kreisverwaltung auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

„Wegen der für den Sportstättenbau nur begrenzt zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel ist es unerlässlich, Prioritäten zu setzen, und einige Bereiche aus der Sportförderung auszunehmen. Hierzu gehören einzelne Sportarten wie Flug-, Golf-, Reit-, Schieß- und Tennissport, Hallen- und Freibäder, Vereinsheime, Schulungs- und Versammlungsräume, Tribünen und die Sanierung von Sporthallen.“ Eine Begründung, warum ausgerechnet diese Sportarten und Maßnahmen von der Förderung ausgeschlossen sind, nannte der Landkreis nicht.

„Es ist eine schwierige Geschichte, dass man einige Sportarten aus der Förderung rausnimmt“, sagt Michael Koop, Präsident des Kreissportbundes Emsland und zugleich Mitglied der CDU-Fraktion im Kreistag. Von Seiten des Sportbundes aus würden alle Sportarten gleich gefördert, betonte Koop. „Für die Haltung des Landkreises habe ich jedoch Verständnis“, erklärte er.