Tipps für Eltern Karneval und Alkohol: Gespräch mit dem Jugendschutzbeauftragten in Lingen

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Lingen. Einen verantwortungsvolleren Umgang von jungen Leuten in Lingen mit Alkohol während des Karnevals hat Frank Wesendrup, Jugendschutzbeauftragter der Stadt, festgestellt. Was in den Jahren 2002/2003 noch ein großes Problem beim Rosenmontagszug gewesen sei, stelle sich inzwischen besser dar, sagte Wesendrup am Mittwoch im Gespräch mit der Redaktion.

Während damals von Jugendlichen und insbesondere jungen Erwachsenen während des Umzuges und anschließend in der Innenstadt erhebliche Alkoholmengen getrunken worden sind, hat sich das Bild nach Angaben von Wesendrup inzwischen verändert. Der Jugendschutzbeauftragte führt dies auch auf den Umzug selbst zurück, der sich immer mehr zu einem Familienumzug entwickelt habe. Es würden nicht nur viele Eltern mit ihren Kindern an den Bürgersteigen stehen. Viele Kinder seien auch aktiv auf den Wagen im Zug dabei. „Die erwachsenen Karnevalisten in den Fußgruppen und auf den Wagen wissen, dass sie hier auch eine Vorbildfunktion haben“, sagte Wesendrup. Diese würden sie auch wahrnehmen. Das sei vor zehn, 15 Jahren auch schon mal anders gewesen.

Kinderkarneval im Joker

Zu dieser positiven Entwicklung beigetragen haben nach seinen Angaben auch Veranstaltungen wie der Kinderkarneval Rosenmontag in der Diskothek Joker. Dort findet an dem Tag zwischen 15 und 19 Uhr auch für die begleitenden Eltern kein Alkoholausschank statt. Sie feiern mit ihren Kindern wie diese mit Limonade und anderen nichtalkoholischen Getränken. Wesendrup wird Rosenmontag mit den Jugendcops der Polizei wieder in der Innenstadt unterwegs sein. „Wir wollen niemandem das Feiern vermiesen“, betonte der 47-Jährige. Aber alles solle im gesetzlichen Rahmen bleiben.

Jugendschutzgesetz gibt den Rahmen vor

Den gibt das Jugendschutzgesetz vor. Die Lektüre empfiehlt Wesendrup auch Eltern, die beim Thema Alkohol um Rat fragen. Bier, Wein und Sekt dürfen ab 16 Jahren getrunken werden, Schnaps ab 18“, erläuterte der Vertreter der Stadt. Erwachsene, die jugendlichen Alkohol besorgen, den sie vom Alter her nicht trinken dürfen, begehen nach seinen Angaben eine Ordnungswidrigkeit. Eltern sollten klare Regeln mit ihren Kindern beim Umgang mit Alkohol vereinbaren, wenn diese sich diese zu den Karnevalszügen aufmachen, riet der Jugendschutzbeauftragte. Wesendrup erinnerte in diesem Zusammenhang aber auch an die Vorbildfunktion der Eltern selbst. Die Kinder und Jugendlichen würden mitkriegen, wie sich die Eltern im Karneval verhalten.

Scholz: Familien stehen im Vordergrund

Unterdessen hat Jonathan Scholz, Vorstandsmitglied in der Karnevalsvereinigung Lingen, die Darstellung des Nordhorner Karnevalsvereins (KCN) zurückgewiesen, dass bei den Umzügen in Lingen und Emsbüren beim Alkoholgenuss über die Stränge geschlagen werde. In diesem Sinne hatte sich KCN-Vizepräsident Martin Tolhuysen geäußert. Scholz, der bei der KVL für die Organisation des Lingener Umzuges zuständig ist, verwies darauf, „dass wir in Lingen einen Familienumzug machen“. Die Familien stünden deshalb im Umzug auch im Vordergrund. Als Beispiel nannte er den Wagen der „Kita-Väter“ aus Laxten, wo immer sehr viele Jungen und Mädchen mitfahren würden. Es seien auch zwei Wagen mit Jugendlichen dabei. Sie würden vor Beginn des Umzuges darum gebeten, beim Alkoholgenuss Maß zu halten. Dies hat nach Angaben von Schulz bislang recht gut funktioniert. Für den Umzug am kommenden Montag, der sich wie immer um 15.11 Uhr vom Parkplatz der Emslandhallen durch die Alte Rheiner Straße Richtung Innenstadt in Bewegung setzt, liegen nach seinen Angaben bislang knapp 30 Anmeldungen vor.

Was das Ausmaß des Alkoholkonsums im Umfeld des Rosenmontagszuges in Lingen anbelangt, meinte Scholz: „Ich persönlich finde, dass es in den letzten Jahren besser geworden ist“. Die KVL habe aber natürlich keinen Einfluss darauf, was an den Straßenrändern und nach dem Umzug passiere. Zum Abschluss lädt die Lingener Karnevalsvereinigung in die Tanzgalerie am Bahnhof zum Weiterfeiern ein. Dort werden die drei besten Wagen und Fußgruppen prämiert. Für Kinder gibt es einen eigenen Raum. „Der Eintritt ist frei“, sagte das Vorstandsmitglied der KVL.


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