In der St.-Bonifatius-Kirche 99 Karikaturen zeigen „Glänzende Aussichten“ in Lingen

Von Margrit Lehmkuhl-Wiese

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Humorvoll, sarkastisch und oft auch bissig wird den Besuchern der Ausstellung in der St.-Bonifatius-Kirche der Spiegel vorgehalten. Foto: Lehmkuhl-WieseHumorvoll, sarkastisch und oft auch bissig wird den Besuchern der Ausstellung in der St.-Bonifatius-Kirche der Spiegel vorgehalten. Foto: Lehmkuhl-Wiese

Lingen. 99 Zeichnungen von Karikaturisten zu den Themen Klima, Konsum und anderen Katastrophen sind zurzeit in der Lingener St.-Bonifatius-Kirche ausgestellt.

„Müll kann man überhaupt nicht trennen, er hat nämlich nur eine Silbe“, ja, so kann man es natürlich auch betrachten. Findet auch Karikaturist Johann Mayr, der vom Hilfswerk Misereor und dem Bistum Bamberg mit weiteren 38 Karikaturisten gebeten wurde, zu einer Ausstellung mit den Themen Klima, Konsum und andere Katastrophen beizutragen. Dieses Signal wurde von den Künstlern gerne aufgegriffen, und herausgekommen sind 99 Karikaturen, die humorvoll, sarkastisch, oft auch bissig den Besuchern einen Spiegel vorhalten.

Erfolgreiche Ausstellung

Die Ausstellung war so erfolgreich, dass sie bundesweit in vielen Städten und Gemeinden gezeigt wurde und nun auch in Lingen im Foyer der St.-Bonifatius-Kirche auf Initiative des Stadtpastorals und der Pfarrgemeinden Lingen Süd zu sehen ist.

Schon der Name – „Glänzende Aussichten“ – könnte angesichts der gezeigten Bilder kaum spitzzüngiger sein, denn zu sehen ist beispielsweise ein Meer voller bunter Plastiktüten, ein mutierter Hase mit drei Ohren zwischen genmanipulierten Maispflanzen, ein Arzt, der sich eher um den „kranken“ Euro kümmert als um seine schwer verletzten Patienten, ein Verwaltungsbeamter, der zu einem Geflüchteten, der sich gerade an den Strand rettet, sagt: „Können Sie nächste Woche wiederkommen?“

Alles überraschende Aussagen, die zu einem zweiten Blick auffordern, zum Nachdenken und auch zum Lächeln über eigene Einsichten.

Holger Berentzen, Dekanatsreferent und Initiator der Ausstellung vertraut auf die Erkenntnis erleichternde Kraft des Humors: „Was man mit Humor nimmt, erleichtert den Blick auf unseren Alltag.“ So findet man variantenreich Sparmentalitäten, Konsumverhalten und Absurditäten wie den Frühbucherrabatt für die Arche Noah angesichts der Klimakatastrophe. Das Ziel des Stadtpastorals wird nach Ansicht von Berentzen mit dieser Ausstellung an dem vielleicht für einige ungewöhnlichen Ort gut erreicht: Menschen auch außerhalb des Gemeindelebens zu interessieren und allen einen Ort zu geben, das eigene Verhalten kritisch zu reflektieren und in Richtung Menschenfreundlichkeit und Verständnis zu entwickeln. Die Karikaturen sind eine gute Hilfe, denn die überspitzte Darstellung von Mängeln in der Gesellschaft ist nie bösartig, sondern zaubert ein erkennendes Lächeln in das Gesicht der Betrachter.

Geöffnet ist die Ausstellung noch bis zum 25. Februar täglich von 9.30 Uhr bis 18 Uhr außer zu den Gottesdienstzeiten. Zur Ausstellung ist ein Ausstellungskatalog erschienen mit allen Karikaturen.


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