Verleihung am 14. September 2018 Lingener Kunstpreis 2018 geht an Georgia Gardner Gray

Von Carolline Theiling

Twinning II lautet der Titel des Gemäldes von Georgia Gardner Gray aus dem Jahr 2017 (hier ein Ausschnitt). Foto: Joachim SchulzTwinning II lautet der Titel des Gemäldes von Georgia Gardner Gray aus dem Jahr 2017 (hier ein Ausschnitt). Foto: Joachim Schulz

ct/pm Lingen. Der Lingener Kunstpreis wird für das Jahr 2018 an die amerikanische Künstlerin Georgia Gardner Gray verliehen. Das hat eine mehrköpfige Jury entschieden, nachdem zuvor zwölf Direktoren und Kuratoren von Museen und Kunsthallen um jeweils zwei Vorschläge gebeten worden waren.

Der Lingener Kunstpreis, dotiert mit 7500 Euro, wird in diesem Jahr zum 23. Mal vergeben. Seit 1983 widmet er sich ausschließlich Künstlerinnen und Künstlern, die im Medium Malerei arbeiten. Die Preisverleihung verbunden mit einer Ausstellung mit Werken der Künstlerin findet am Freitag, 14. September, um 19 Uhr in der Kunsthalle statt. Die Ausstellung und der sie begleitende Katalog werden durch den Freundeskreis des Lingener Kunstpreises ermöglicht.

Internationale Vorschläge

Mit den Vorschlägen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Belgien beschäftigte sich eine Jury, bestehend aus den Mitgliedern des Freundeskreises des Lingener Kunstpreises sowie Eva Birkenstock (Direktorin, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf), Kristina Szepanski (Direktorin, Kunstverein Münster) und Meike Behm (Direktorin, Kunsthalle Lingen) und als Gast Monika Schwegmann, Stadtkämmerin Lingen. „Das Niveau der eingereichten Bewerbungen war erstaunlich hoch,“ berichtete Meike Behm.

Ausstellungen in Berlin und New York

Georgia Gardner Gray wurde 1988 in New York geboren und lebt heute in Berlin, sie schloss ihr Studium der freien Kunst 2011 an der Cooper Union School for the Advancement in Science and Art ab. Ihre mittel- und großformatigen Gemälde wurden 2016 erstmals in einer Einzelausstellung in der Acud Gallery, Berlin gezeigt. Unter anderem nahm sie auch an Gruppenausstellungen wie Monday is a Day between Sunday and Tuesday, Tanya Leighton Galerie, Berlin (2017) und New Theater: Selected Plays, Whitney Museum of American Art, New York (2015) teil.

Farbenreiche Werke

Die Künstlerin arbeitet hauptsächlich im Medium Malerei, präsentiert ihre Bilder aber immer auch in Korrespondenz mit Objekten. In ihren farbenreichen Werken reflektiert Georgia Gardner Gray Codes des Benehmens anhand der Charaktere auf der Leinwand und stellt damit gesellschaftliche Konventionen auf den Prüfstand.

Alltägliche Szenen

Hierüber stehen ihre Arbeiten in der Tradition des klassischen Genrebildes, denn sie malt alltägliche Szenen und konfrontiert mit gegenwärtigen Lebensstilen unterschiedlicher Charaktere wie Punks, Groupies oder Straßenmusiker. Weiterhin verhandelt Georgia Gardner Gray in ihren Werken Hierarchien zwischen den Geschlechtern, männliche und weibliche Laster und eigentlich feste Rollenzuweisungen. Die Künstlerin vermittelt die unkonventionelle Haltung der Bohème als beispielhaft für die aktuelle Entwicklung einer Gesellschaft, die experimentelle Lebensformen bevorzugt und mit der Ambivalenz zwischen Selbstbestimmung, Haltung und Freiheit operiert.

Außereuropäische Künstlerin

Mit der Verleihung des Lingener Kunstpreises 2018 an Georgia Gardner Gray wird in der Geschichte dieses Preises erneut eine außereuropäische Künstlerin ausgezeichnet.


Die Preisträger

Bereits zum 23. Mal wird in diesem Jahr der renommierte Lingener Kunstpreis vergeben. Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger sind: 1983: Reinhard Wieczorek; 1984: Henning Rethmeier; 1985: Annette Venebrügge, 1986: Dagmar Demming, 1987: Thomas Jessen,1988: Beate Spalthoff, 1989: Ildefons Höyng, Jüchen; 1990: Jochen Twelker, 1991: Barbara Steppe, 1992: Rolf Bier, 1994: Karin Kneffel, 1996: Andrea Scrima, 1998: Antje Majewski, 2000: Matthias Kanter, 2002: Amalia Theodorakopoulos, 2004: Cornelius Völker, 2006: Annelise Coste, 2008: Julia Oschatz, 2010: Birgit Megerle, 2012: Kim Nekarda, 2014 Marieta Chirulescu, 2016: Éder Oliveira.