WKT und Fußball-WM Lingener Ortsbrandmeister: Kommen 2018 an Grenze des Machbaren

Von Felix Reis


Lingen. Lingens Ortsbrandmeister Thomas Schmidt hat in seinem ersten Jahresbericht bei der Jahresdienstversammlung der Ortsfeuerwehr Lingen die Anzahl der Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen kritisiert. In diesem Jahr erwartet er, dass die Feuerwehr an die Grenze des Machbaren kommen wird.

Die Zahl der Alarmierung durch Brandmeldeanlagen verringerte sich von 73 im Jahr 2016 auf 72 im Jahr 2017. In dieser Zahl sind auch acht Fehlalarme durch Heimrauchmelder enthalten und vier Einsätze, bei denen die Brandmeldeanlage ordnungsgemäß ausgelöst hatte. Hinzu kamen 60 Fehlalarme. „Dieses ist nach wie vor eindeutig zu viel“, sagte Schmidt.

„Zusätzliche Kosten“

Sehr oft müssten die Feuerwehrleute ihren Arbeitsplatz verlassen und es entstünden dadurch Kosten für den Verdienstausfall. Im Fall der Heimrauchmelder könne man vielleicht noch Verständnis aufbringen, aber bei den Fehlalarmen von Industrie- und Gewerbebetrieben sei dies nicht mehr gegeben, so Schmidt: „Die Einsätze in diesen Fällen in Rechnung zu stellen, ist schon der richtige Weg, aber vielleicht muss die Höhe der Summe merklich erhöht werden“.

„Missbrauch als billiger Schlüsseldienst“

Auch das zweite Problem „Person hinter verschlossener Tür“ besteht laut Schmidt weiterhin. Die Zahl verringert sich von 36 im Jahr 2016 auf 32 im vergangenen Jahr. Aber auch das ist eine erhebliche Zahl. „Wenn wir manchmal als billiger Schlüsseldienst missbraucht werden, ist das nicht zu akzeptieren“, sagte Schmidt.

Mehr Einsätze

Insgesamt war 2017 ein Anstieg der Einsatzzahlen zu verzeichnen. Die 107 Mitglieder der Einsatzabteilung mussten zu 285 Einsätzen ausrücken, 38 mehr als im Vorjahr. 31 Brandsicherheitswachen wurden bei verschiedenen Veranstaltungen gestellt. 141 Kameraden leisteten 670 Stunden. Bedingt durch das Weltkindertheaterfestival und die Public-Viewing-Veranstaltungen der Fußballweltmeisterschaft 2018 rechnet Schmidt mit einem Anstieg in diesem Jahr. Hier komme man an die Grenze des Machbaren.

Übungsabende

An 45 Übungsabenden absolvierten 107 aktive Kameraden den wöchentlichen Ausbildungsdienst mit insgesamt 2763 Stunden. 45 Lehrgänge wurden auf Kreisebene und an den Niedersächsischen Akademien für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) mit einem Aufwand von 970 Stunden absolviert.

Ehrenamtlicher Einsatz

„Feuerwehr funktioniert nur als Team, ohne euren ehrenamtlichen Einsatz würde es nicht gehen“, sagte der Ortsbrandmeister: „Ich danke für euer Vertrauen und das kameradschaftliche Miteinander“.

Lobende Worte

Lobende Worte fand Stefan Altmeppen im Namen der Stadt: „Es ist eine eindrucksvolle Bilanz, die gerade vorgetragen wurde“. Er sei beeindruckt von der professionellen Arbeit von der er sich bei einigen Einsätzen vor Ort selber habe überzeugen können, sagte der Erste Stadtrat.

„Wertvolle Arbeit“

„Ihr seid der beste Beweis dafür, dass das Ehrenamt im Emsland funktioniert“, sagte Kreisdezernent Marc-André Burgdorf. Die Jahresberichte machten deutlich, welche wertvolle Arbeit die Feuerwehren leisteten. Kreisbrandmeister Holger Dyckhoff zeigte sich erfreut, dass aus der Ortsfeuerwehr Lingen viele Kameraden auf Kreisebene in verschiedenen Funktionen tätig sind. „Ihr macht einen tollen Job und unterstützt die Polizei jederzeit durch eure professionelle Arbeit“, bedankte sich Erster Polizeihauptkommissar Herbert Greiten.


Personalien

Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft

Dietmar Heinen für 40 Jahre, Frank Leewe für 25 Jahre.

Beförderungen

Hauptbrandmeister: Thomas Schmidt; Hauptlöschmeister: Christian Waidmann; Oberlöschmeister: Marcel Forsmann, Ramon Otterbach; Löschmeister: Alexander Wernecke; Hauptfeuerwehrfrau: Katharina Kracht; Oberfeuerwehrfrau: Sandra Paskewitz; Oberfeuerwehrmann: Dominik Reinel, Daniel Körner, Björn Neuhoff, Steffen Tölsner; Feuerwehrfrau: Jacqueline Seete; Feuerwehrmann; Lars Grabow, Pascal Katzorreck, Philipp Pypker, Marcel Gandre.

Verabschiedung aus dem aktiven Dienst

Jochen Gerdelmann, Heinz-Jürgen Herbers, Ralf-Dieter Heidötting.