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05.02.2018, 18:57 Uhr

Erst in zweiter Linie zum Einkaufen

Kommentar von Thomas Pertz

An vier Sonntagen sind in diesem Jahr in Lingen die Geschäfte geöffnet. Foto: dpaAn vier Sonntagen sind in diesem Jahr in Lingen die Geschäfte geöffnet. Foto: dpa

Lingen. Dass die öffentliche Bekanntmachung der Termine für die vier verkaufsoffenen Sonntage in Lingen zwischen Weihnachten und Neujahr erfolgte, war aus dem Blickwinkel der Stadt sicher auch kein Nachteil, meint der Kommentator.

Für 2018 ist alles im grünen Bereich, was die vier verkaufsoffenen Sonntage in Lingen anbelangt. Die Klagefrist ist inzwischen abgelaufen. Dass die öffentliche Bekanntmachung der Stadt „zwischen den Tagen“ erfolgte, war aus deren Blickwinkel sicher auch kein Nachteil. Nach Weihnachten und vor dem Jahreswechsel, wo sich Vieles um Feiertage und Feiern dreht, werden Klageinteressierte das Kleingedruckte in solchen Informationen schon mal überblättert haben.

Der Verein LWT als Veranstalter hatte aber auch inhaltlich vorgesorgt. Drei der vier Sonntagstermine sind durch die Art des Rahmenprogramms – Kirmes und Altstadtfest – immer schon attraktiv gewesen. Sie locken für sich alleine bereits genug Besucher in die Innenstadt. Das verkaufsoffene Angebot, so will es der Gesetzgeber, steht da nicht im Vordergrund. Auch das Thema „Stadt in Kinderhand“ kann am 18. März interessant genug sein, dass es insbesondere Familien nach Lingen lockt, die nicht in erster Linie wegen der sonntäglichen Einkaufsmöglichkeit kommen. Wenn sie das dann aber in zweiter Linie tun, haben auch die Geschäftsleute etwas davon.

Bleibt noch zu hoffen, dass die neue Landesregierung eine Überarbeitung des Ladenöffnungsgesetzes hinbekommt. Das sollte der grundgesetzlich geschützten Sonntagsruhe ebenso Rechnung tragen wie den Interessen des Handels. Vier inhaltlich gut gestaltete verkaufsoffene Sonntage zielen in diese Richtung.


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