Mittwochs im Museum Berichte emsländischer Amerika-Auswanderer in Lingen

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Briefe und Berichte emsländischer Amerika-Auswanderer, die sich als Farmer in den USA niederließen, stehen im Mittelpunkt beim nächsten „Mittwoch im Museum“ am 7. Februar. Foto: Bildarchiv EmslandmuseumBriefe und Berichte emsländischer Amerika-Auswanderer, die sich als Farmer in den USA niederließen, stehen im Mittelpunkt beim nächsten „Mittwoch im Museum“ am 7. Februar. Foto: Bildarchiv Emslandmuseum

Lingen. Briefe und Berichte emsländischer Amerika-Auswanderer stehen im Mittelpunkt am nächsten „Mittwoch im Museum“ am Mittwoch, 7. Februar 2018, um 16 und 19.30 Uhr im Emslandmuseum in Lingen.

Den Veranstaltern zufolge erzählen die Briefe von der gefährlichen Fahrt über den Atlantik, schildern die Ankunft und die ersten Eindrücke in der neuen Heimat sowie den Alltag auf einer Farm oder in den aufblühenden Städten der USA. Aus einer Vielzahl von überlieferten Briefen und Berichten haben Elisabeth Köck und Andreas Eiynck Dokumente ausgewählt, die mit zeitgenössischen Bildern untermalt werden.

Anschaulich

Erst im vergangenen Jahr entdeckten Museumsmitarbeiter durch Zufall einen umfangreichen Reisebericht, in dem der Lingener Arzt David Wehmer seine Überfahrt in die USA im Jahre 1839 auf mehr als 80 Seiten detailliert schildert. Das Schiff und seine Mannschaft, die Lebensverhältnisse auf dem Schiff, schwere Stürme und tagelange Flauten, Geburten und Todesfälle an Bord schildert der Mediziner in sehr anschaulicher Sprache. Etwa aus der gleichen Zeit stammt ein Bericht des Kaufmanns Eduard Müller aus Schapen, der 1834 nach Amerika auswanderte, um dort eine Farm zu gründen. Seine Reiseroute in den USA legte er zu Fuß zurück, um Land und Leute genauer kennen zu lernen. Überall traf er auf Bekannte aus der alten Heimat Emsland. Müller beschreibt die Gründung einer Farm, den Bau einer Blockhütte und die ersten Erfahrungen mit Ackerbau und Viehzucht in Ohio. Das harte Lebens als Farmer behagte Müller aber offenbar nicht und so kehrte der vermögende Kaufmannssohn nach zwei Jahren nach Schapen zurück.

„Kettenauswanderungen“

Diese Wahl hatten viele andere Auswanderer nicht. In manchen Briefen bitten sie ihre Eltern und Verwandten in der Heimat um Geld oder Auszahlung ihres Erbteils. Andere waren erfolgreicher und schickten Geld zu ihren armen Verwandten in Europa. Die Briefe legten die Grundlage für die sogenannten „Kettenauswanderungen“, bei denen ganze Verwandtschaften, manchmal sogar halbe Dörfer aus dem Emsland in den USA wieder zusammenfanden.

Der Eintritt beträgt 5 Euro, für Heimatvereinsmitglieder 3 Euro.


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