Dienstags Treffen Kann sich Ringtennis in Lingen als neue Sportart etablieren?

Von Christiane Adam

Zwar ist Ringtennis keine olympische Disziplin, aber das Motto „dabei sein ist alles“ passt auch auf Dagmar und Stephan Rommel. Foto: Christiane AdamZwar ist Ringtennis keine olympische Disziplin, aber das Motto „dabei sein ist alles“ passt auch auf Dagmar und Stephan Rommel. Foto: Christiane Adam 

Lingen. Das in Langen wohnhafte Ehepaar Dagmar und Stephan Rommel spielt regelmäßig Ringtennis in Lingen und hofft auf weitere Interessenten für diese Sportart.

Fußballspielen ist im Emsland ein Volkssport. Auch Volleyball gehört zu den beliebten Sportarten, bei denen es nicht schwierig ist, Mitspieler zu finden. Aber was ist mit Ringtennis? Ganze zwei Personen betreiben – mutmaßlich – im gesamten Emsland diesen Sport, der zu den sogenannten Turnspielen zählt. Jeden Dienstag von 17 bis 18 Uhr treffen sich Dagmar und Stephan Rommel in der Sporthalle an der Josef-Kaiser-Straße in Lingen, um den handlichen Gummiring über das Netz zu werfen.

Ursprung auf den Handelsschiffen

„Ringtennis hat sich auf Handelsschiffen entwickelt. Bei Ballsportarten lief der Ball Gefahr, über Bord zu fliegen. Der Ring war da geeigneter. Später hat der Bürgermeister von Karlsruhe die Sportart auf das Land übertragen“, erzählt Dagmar zur Entwicklungsgeschichte. Die gebürtige Rheinländerin betreibt diesen Sport, seit sie elf Jahre alt ist. Im September 2017 hat sie es zur Deutschen Meisterin in der Altersklasse 40 gebracht. Im Doppel steht sie mit ihrer Partnerin aus Göttingen auf Platz zwei in der Altersklasse 30. Ihr einziger Gegner, wenn sie nicht gerade auf Turnieren antritt, ist ihr Ehemann Stephan.

Trainerschein gemacht

Das in Langen lebende Ehepaar würde sich freuen, wenn es für ihren Sport weitere Mitspieler interessieren könnte. „Wir haben beide einen Trainerschein gemacht. Es wäre insofern für uns kein Problem, neue Sportler anzuleiten“, erklärt Stephan. „Wir kennen ein paar Senioren, die aber nicht mehr aktiv sind“, fügt er hinzu. Etwa 200 Sportler mit Spielerpass gebe es wohl in ganz Deutschland. „An der Ostsee finden im Sommer außerdem Spaßturniere statt. Insgesamt darf Ringtennis als absolute Randsportart bezeichnet werden“, bekennt der gebürtige Hannoveraner.

Handflächengroßer Gummiring

Dabei macht Ringtennis den Eindruck eines durchaus leichten Einstiegs. Das einzige Sportgerät ist der handflächengroße Gummiring, der etwa zehn Euro kostet. Ansonsten braucht es nur ein Netz, und das ist in der Sporthalle vorhanden. „Die Abmessungslinien auf dem Boden passen leider allerdings nur Pi mal Daumen, aber damit kommen wir klar“, sagt das Ringtennisduo. Die Regeln seien relativ einfach. Grob gesagt gilt es, sich den Ring so zuzuwerfen, dass der Gegner ihn nicht fangen kann. Erhält der Ring Bodenkontakt innerhalb des gegnerischen Feldes, hat der Werfer einen Punkt, vergleichbar etwa mit Badminton. Mit dem Ring in der Hand dürfen maximal zwei Schritte getan werden.

Auch für Kinder geeignet

„Ein Vorteil von Ringtennis ist auch, dass Menschen, zum Beispiel auch Kinder, die Angst vor einem Ball haben, diese Angst bei Ringtennis in der Regel nicht verspüren“, verspricht Dagmar. Angst vor einem Ball haben die beiden Langener selbst allerdings nicht: Jeden Mittwochabend treffen sie sich in der Sporthalle an der Bäumerstraße, um eine weitere Randsportart auszuüben: Beim Prellball, der ebenfalls zu den Turnspielen zählt, gehören sie zu acht bis neun Aktiven.

Wer Lust hat, sich über Ringtennis bei Dagmar und Stephan Rommel zu informieren, kommt einfach zum nächsten Trainingstermin: immer dienstags von 17 bis 18 Uhr während der Trainingszeit des MTV in der Sporthalle in der Josef-Kaiser-Straße in Lingen.