Jeden Freitag in der Bücherei Singen, Reimen, Schauen: der Bücher-Baby-Treff in Lingen

Von Christiane Adam

Gewusel herrscht, sobald Monika Feye-Struck (links) die Bücherkiste am Ende des Bücher-Baby-Treffs in den Stuhlkreis gestellt hat. Foto: Christiane AdamGewusel herrscht, sobald Monika Feye-Struck (links) die Bücherkiste am Ende des Bücher-Baby-Treffs in den Stuhlkreis gestellt hat. Foto: Christiane Adam 

Lingen. Die Stadtbibliothek Lingen hält ein Angebot für die allerjüngsten Bücherfreunde bereit: Jeden Freitag ab 10.30 Uhr findet der Bücher-Baby-Treff in der unteren Etage in der Karolinenstraße statt.

Sozialpädagogin Monika Feye-Struck arbeitet beim Christophorus-Werk in der frühkindlichen Förderung und betreut dieses offene Gruppenangebot. „Uns geht es vor allem darum, Eltern anzuregen, mit ihren Kindern zu singen, zu reimen und Bücher zu betrachten. Dies alles ist wichtig für die Sprachbildung“, erklärt Simone Knocke, Diplom-Archivarin und stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek. „Deshalb waren wir froh, dass wir mit Monika Feye-Struck eine gut qualifizierte Pädagogin gewinnen konnten“, unterstreicht sie.

Begrüßung mit einem Singspiel

An diesem Freitag sind wieder ein gutes Dutzend der allerkleinsten „Leser“ zum Bücher-Baby-Treff gekommen. Wobei es freilich nicht darum ginge, bereits den Ein- bis Zweijährigen das Lesen beizubringen. Vielmehr solle die Stadtbibliothek mit ihren vielen Büchern und anderen Medien als selbstverständliches Freizeitangebot wahrgenommen werden. Die Kinder, zumeist auf dem Schoß der Mütter und Großmütter (ein einzelner Mann hat sich der Gruppe angeschlossen), werden zunächst durch ein Singspiel begrüßt, jedes mit seinem Namen. Der Jahreszeit entsprechend gibt es Reime zu einem Schneemannbild und das Lied „Schneeflöckchen, Weißröckchen“. Ausgestattet mit Rasseln, Schellen und Glocken begleiten die Kinder das Singen.

Gute Alternative bei schlechtem Wetter

Erst am Ende der Gruppenstunde werden die Bilderbücher gemeinsam aus der versteckten Bücherkiste hervorgeholt. „Das ist so unser Ritual“, beschreibt Feye-Struck den Ablauf. „Michel geht inzwischen ganz selbstverständlich zur Bücherkiste. Zu Anfang war er etwas schüchtern“, erzählt seine Großmutter Christina Korbach. Sie war es, die ihrer Tochter den Zettel mit dem Bibliotheksangebot mitgebracht hatte. „Sonst geht Michel regelmäßig mit seiner Mutter. Ich vertrete sie heute nur“, ergänzt die Lingenerin, die meint, dass das Angebot eine gute Alternative bei schlechtem Wetter sei.

Gruppe ist größer geworden

Ebenfalls aus Lingen kommen Daniela Werner und ihre Tochter Isabella. „Uns gefällt es gut hier“, spricht Mutter Daniela für ihre 18 Monate alte Tochter. „Isabella gefällt vor allem die Musik. Die Bücher interessieren sie mal mehr und mal weniger“, sagt sie schmunzelnd.

„Viele Eltern sagen, dass in der Altersgruppe der Ein- bis Zweijährigen Angebote fehlen. Daher findet der Bücher-Baby-Treff inzwischen eine ganz gute Resonanz. Angefangen haben wir mit fünf bis zehn regelmäßigen Teilnehmern. Seit den Sommerferien hat es sich herumgesprochen und die Gruppe ist größer geworden“, freut sich Feye-Struck über die gute Akzeptanz.

Anmeldung nicht erforderlich

Die Idee zum Bücher-Baby-Treff hat die ehemalige Leiterin der Schul- und Gemeindebibliothek Fürstenau aus dem Landkreis Osnabrück mitgebracht. Sie setzt auf die Aktion „Lesestart“ ( www.lesestart.de) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie der Stiftung Lesen auf, bei der unter anderem jedes Kind beim Kinderarzt eine Lesetasche erhält. „Hier ist jeder willkommen. Weder eine Anmeldung noch eine regelmäßige Teilnahme sind erforderlich“, lädt Knocke ein. Und Bücher gibt es garantiert ausreichend für alle Kinder.

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