8200 Euro übergeben Katholiken in Lingen unterstützen Seelsorgeeinrichtungen

Von Christiane Adam


Lingen. Für die Telefonseelsorge Emsland/Grafschaft Bentheim und die Gefängnisseelsorge haben insgesamt 8200 Euro von den katholischen Pfarreiengemeinschaften Lingens erhalten.

Liebe geht durch den Magen, sagt man. Nächstenliebe in diesem Fall offenbar auch: Durch den Verkauf von Backwaren haben die drei katholischen Pfarreiengemeinschaften Lingens sowie die Verbände Kolping, Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands und offene Frauengruppen 8200 Euro erwirtschaftet und das Geld am Montagabend im Pfarrzentrum St. Bonifatius Vertretern zweier Seelsorgeeinrichtungen überreicht.

Dank an Berentzen

Seit 1986 gebe es diesen Stand als feste Einrichtung auf dem Lingener Weihnachtsmarkt, berichtete Dekanatsreferent Holger Berentzen. Dass es ihn noch immer gibt, sei nicht zuletzt Berentzen zu verdanken, der die Fäden in der Halt halte, betonte Hans Stoll von der Kolpingsfamilie Lingen-Laxten: „Den Stand zu betreiben macht nicht nur Arbeit, sondern es fördert auch die Gemeinschaft. Gäbe es ihn nicht mehr, wäre es ein Verlust“, unterstrich er.

Ausbildung wird unterstützt

Berentzen begrüßte den Pastoralreferenten Ludger Plogmann in seiner Funktion als Geschäftsführer der Telefonseelsorge Emsland / Grafschaft Bentheim, der sich über 2500 Euro Zuschuss für die Ausbildung der ehrenamtlichen Telefonseelsorger freuen durfte. Dass die Telefonseelsorge funktioniert, liege an den 65 ehrenamtlich Tätigen, die dafür sorgen, dass täglich von 7 bis 23 Uhr sowie in zwei Nächten pro Woche das Telefon besetzt sei, berichtete Plogmann. Etwa 10.000 Gespräche jährlich leiste die Telefonseelsorge Emsland/Grafschaft Bentheim.

Ein Klavier zu Weihnachten

Die vier Gefängnisseelsorger Pastor Thomas Gotthilf, Pastoralreferent Heinz-Bernd Wolters, Pfarrer Frank Kribber und Gemeindereferent Marcus Lühn hatten ihr Geschenk bereits zu Weihnachten einweihen dürfen: Ein neues Klavier im Wert von 5700 Euro steht nun für Gottesdienste in der Gefängniskapelle an der Kaiserstraße zur Verfügung.

Zeit für Gespräche in der Gefängnisseelsorge

Die vier Gefängnisseelsorger berichteten von ihrem Tun. „Unsere Arbeit macht aus, dass wir Zeit haben für Gespräche. Im Gegensatz zu den Beamten unterliegen wir zudem der Schweigepflicht“, erzählte Pfarrer Kribber den Spendern. Dabei spiele die Konfession keinerlei Rolle. In die Gottesdienste kämen katholische, evangelische, muslimische oder auch konfessionslose Häftlinge. „Sie können dort zur Ruhe kommen, erfahren etwas Ablenkung vom Haftalltag“, fügte er hinzu. Dabei spiele durchaus auch die Musik eine Rolle. Pastor Gotthilf durfte das Klavier aussuchen: „Der alte Flügel musste ständig gestimmt werden, das war zuletzt auch ein Kostenfaktor“. Mehr aus Lingen lesen Sie in unserem Ortsportal.