Neue Hybridorgel in Lingen Peter Müller eröffnet Konzertreihe im Bonifatius-Hospital

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Den Auftakt einer Reihe von Orgelkonzerten spielte Peter Müller an der neuen Orgel in der gut besuchten Kapelle des Bonifatius Hospitals. Foto: Peter LöningDen Auftakt einer Reihe von Orgelkonzerten spielte Peter Müller an der neuen Orgel in der gut besuchten Kapelle des Bonifatius Hospitals. Foto: Peter Löning

Lingen. Sie ist gerade erst geweiht worden, die neue Orgel in der Hauskapelle im Bonifatius-Hospital in Lingen. Der Spieltisch gilt noch als Provisorium und wird in Zukunft ausgetauscht werden. In einer Reihe von Orgelkonzerten aber soll sie sich bereits schon einmal bewähren.

Den Auftakt zu diesen übernahm am vergangenen Sonntag Kreiskantor Peter Müller auf dem Hybridinstrument mit digitalen Klängen und genau 61 „echten“ Orgelpfeifen. Als solche sehr behutsam auf den Raum abgestimmt, besteht sie eigentlich aus vier verschiedenen Orgeln, so verrät es Müller eingangs. Es verbergen sich Dispositionen zu einer amerikanischen, einer englisch romantischen wie zu einer französisch romantischen Orgel, nicht zuletzt eine deutsche Barockorgel.

Ausklingende Weihnachtszeit

In seinem Programm orientiert sich Müller nicht nur an der ausklingenden Weihnachtszeit, sondern weiter an diesen verschiedenen Charakteristiken die er demonstrieren wollte. Im englischen Kathedral-Klang ertönte die zweite Sonate c-Moll aus Op. 65 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Ein Werk ist dieses, dessen musikalische Größe sehr bald Abstand nehmen lässt von Versuchen, diese Orgel ihren analogen Verwandten gedanklich gegenüberzustellen. Die Musik, zumal aus Peter Müllers Händen, wirkt wie Balsam für die Seele. Eines wird bald deutlich: Die Orgel passt klanglich sehr gut in den Raum, sie ist ausgewogen und auch in der Lautstärke sehr überzeugend abgestimmt. Mit ihren digitalen Möglichkeiten zeigt sich dieses als sehr eigenständiges Instrument.

Überraschender Glockenklang

Vor diesem Hintergrund scheint der folgende starke Bruch offenbar sehr gewollt. Ein satter Sprung in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Stilistisch wie klanglich jetzt unzweifelhaft nach Amerika verortet folgt „The Road to Bethlehem“ von John A. Behnke. Fünf im Charakter sehr unterschiedliche Sätze bringen – der Komponist ist Leiter eines Handglocken-Ensembles – hier überraschenden Glockenklang und Zimbelstern zum Einsatz.

Aus Romantik und Barock

Beinahe als Programmmusik zeigt sich der Schwenk nach Frankreich mit „Die Geburt unseres Herrn Jesus Christus“ von Vincent Aloïse Amann. In einnehmender romantischer Harmonik, stets mit einem etwas tänzerischen Einschlag, folgt man hier gern den marschierenden Hirten nach Bethlehem, ihre Gedanken zu Gott erhebend.

Zum Schluss geht es dann weiter rückwärts in die Barockzeit. Zunächst spielt Peter Müller ein „Gloria“ aus der Feder François Couperins. Hier war die Registrierung der Orgel im Programmzettel angegeben.

Den Abschluss auf der deutschen Barockorgel macht Peter Müller sehr eindrücklich mit der Fantasia „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von Dietrich Buxtehude. Hier zeigt sich das Instrument abermals in ganz anderem Gewand. Ein sehr schönes Konzert.


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