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26.01.2018, 15:45 Uhr ERSATZANPFLANZUNGEN KOMMEN

Wallhecke in Lingen weicht: Die Natur hat nicht verloren

Kommentar von Thomas Pertz

Gewerbebetrieben im Weg ist diese Wallhecke an der Bernardstraße. Foto: Thomas PertzGewerbebetrieben im Weg ist diese Wallhecke an der Bernardstraße. Foto: Thomas Pertz

Lingen. In der Abwägung unterschiedlicher Interessen muss die Wallhecke an der Bernardstraße in Lingen zwar weg, die Natur hat aber dennoch nicht verloren, meint der Kommentator.

Fast eineinhalb Jahre ist es her, dass mit der Aufstellung eines Bebauungsplans zur Erweiterung des „Gewerbegebietes am Sender“ auch der Anfang vom Ende der Wallhecke an der Bernardstraße eingeleitet worden ist. Eingezwängt zwischen zwei Gewerbebetrieben, die Platz benötigen, hatte dieses Reststück einer einst großen Wallhecke am Fuße der Umgehungsstraße auf Dauer keine Chance.

Dass es so lange gedauert hat bis zum Satzungsbeschluss in der Ratssitzung am Donnerstag, der die Entfernung der Hecke ermöglicht, mag aber auch ein Hinweis darauf sein, dass eine solche Entscheidung den Akteuren in Politik und Verwaltung nicht leichtgefallen ist. Sie wissen: Anliegern bietet die Wallhecke Sicht-, Lärm- und vor allem auch Emissionsschutz. Auch erinnert sie an den früheren Verlauf der alten Bernardstraße mit alten Alleebäumen.

Dass die Natur aber nun in der Abwägung zwischen ökologischen und ökonomischen Interessen den Kürzeren gezogen hat, wäre falsch interpretiert. Wenn, wie schon einmal seitens der Verwaltung angekündigt, als Ersatzmaßnahme in Brögbern eine 50 Meter lange Wallhecke in Ergänzung an eine bestehende angepflanzt wird, ist die Wallhecke an der Bernardstraße zwar immer noch weg. Das Bemühen um einen Ausgleich ist dann aber an anderer Stelle in der Stadt Lingen gut sichtbar.


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