Grundsteinlegung an Waldstraße Millioneninvestition festigt den BP-Raffineriestandort Lingen

Von Thomas Pertz


Lingen. Ein Zeichen für die Zukunft der BP-Raffinerie in Lingen ist die Grundsteinlegung für den neuen Gebäudekomplex an der Waldstraße. Dies hat Bernhard Niemeyer-Pilgrim, Vorsitzender der Geschäftsführung, am Dienstag im Beisein zahlreicher Gäste auf der Baustelle an der Waldstraße betont.

Unter den rund 60 Gästen waren auch Vertreter der BP-Zentrale aus England, darunter Guy Moeyens, der für die Verarbeitung und Vermarktung von Rohölprodukten in Europa und Südafrika verantwortlich ist, sowie Wolfgang Langhoff, Vorstandsvorsitzender der BP Europa SE und Nick Spencer, Vice President Global Refining, quasi leitender Direktor aller BP-Raffinerien. Zum Konzern gehören weltweit elf Anlagen, inklusive der Beteiligungen.

Glasfassade und Kuppel

Bis Ende 2019 wird auf dem etwa sechs Hektar großen Gelände an der Waldstraße ein Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum entstehen, das künftig die Werkstätten, Werkfeuerwehr, das Labor, die Kantine sowie die Verwaltung der BP Lingen beherbergt. Markanter Blickfang an dem neuen Gebäude werde sicherlich die Glasfassade und die pyramidenförmige Kuppel sein, betonte Niemeyer-Pilgrim. Viel wichtiger für die Mitarbeiter der Raffinerie sei aber eine neue und offene Arbeitsatmosphäre, die der Neubau mit multifunktional nutzbaren Räumen künftig biete.

Mainka und Hofschröer bauen gemeinsam

Das Investitionsvolumen beläuft sich auf über 50 Millionen Euro. Verantwortlich für den Bau sind die Bauunternehmungen Hofschröer (Lingen) und August Mainka (Lingen) als Arbeitsgemeinschaft, die erfolgreich eine bundesweite Ausschreibung für sich entscheiden konnten. Niemeyer-Pilgrim verwies darauf, dass er selbst vor 36 Jahren seine Ausbildung in der Raffinerie begonnen habe. „Ich bin sehr stolz darauf, sie leiten zu dürfen“, betonte der Lingener.

Krone: Großer Tag für Lingen

Im Namen von Kreistag und Kreisverwaltung gratulierte Landrat Reinhard Winter zur Grundsteinlegung. Hier entstehe „etwas Außerordentliches“, sagte der Landrat mit Hinweis auf die architektonische Gestaltung des Gebäudekomplexes. Als „großen Tag für die Stadt Lingen“ bezeichnete Oberbürgermeister Dieter Krone das Bauvorhaben. Er gratulierte BP zu dieser Investitionsentscheidung und erinnerte auch noch einmal an die kontroverse Debatte um die Ansiedlungsfläche im Altenlingener Forst. Die Arbeitsplätze in der Lingener Raffinerie würden durch diese Investition nicht nur gesichert, sondern bekämen auch eine Zukunft.

Voll des Lobes für die Arbeit der Beschäftigten war Guy Moeyens. Der BP-Konzernvertreter bezeichnete die Lingener Raffinerie als „die kleinste, aber raffinierteste innerhalb des Konzerns. Moeyens hob die hohe Verlässlichkeit, Verfügbarkeit und Sicherheitsleistung der Raffinerie hervor, die in vielen Bereichen ein Vorreiter sei. „Sie leisten hervorragende Arbeit an diesem Standort mit einem hervorragenden Team“, sagte Moeyens an die Adresse von Niemeyer-Pilgrim und seiner Mannschaft. Das Bauvorhaben sei ein Ausdruck dafür, „dass die BP-Gruppe an diesen Standort auch in Zukunft glaubt.“

Der BP-Vertreter verwies auch auf die aktuelle Diskussion über den Klimawandel und die Energiewende. Die Mobilität der Zukunft werde vielfältiger sein. In diesem Rahmen würden die Kraftstoffe Benzin und Diesel weiterhin benötigt. „Wir brauchen eine Vielzahl von Optionen“, betonte Moeyens. Dazu gehörten auch Bemühungen von BP, überschüssigen „grünen Strom“ für Arbeitsprozesse in den Raffinerien einzusetzen, sowie die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen.

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BP-Raffinerie in Lingen

Die Raffinerie in Lingen gehört seit 2002 zum BP-Konzern, einem der größten Energieunternehmen der Welt. Derzeit arbeiten rund 750 Mitarbeiter bei BP Lingen. Aus den jährlich verarbeiteten rund fünf Millionen

Tonnen Rohöl werden unter anderem Kraftstoffe, Heizöl und chemische

Vorprodukte hergestellt, die an Großhändler, Zwischenhändler und über

Tankstellen an den Endkunden verkauft werden. BP Lingen zählt heute nach eigenen Angaben zu den leistungsstärksten Raffinerien Europas. Als einzig verbliebene Kraftstoffraffinerie in Niedersachsen verarbeitet der Industriebetrieb annähernd sämtliches in Niedersachsen gefördertes Rohöl. Bereits 2013/2014 hatte BP Lingen in den Bau einer zentralen Messwarte investiert, um die vormals sechs dezentral angesiedelten

Messwarten zusammenzuführen. Hier arbeiten die Anlagenfahrer. Sie steuern und überwachen die Prozesse rund um die Uhr.