Konzert mit Saxy Chants Molto Vocale nimmt in Lingen Abschied von der Bühne

„Volles Rohr“ –  in den Zugaben trafen sich „Molto Vokale“ und „Saxy Chants“, um gemeinsam „Wochenend und Sonnenschein“ zu proklamieren bei ihrem Gemeinschaftskonzert auf der Wilhelmshöhe. Foto: Peter Löning„Volles Rohr“ – in den Zugaben trafen sich „Molto Vokale“ und „Saxy Chants“, um gemeinsam „Wochenend und Sonnenschein“ zu proklamieren bei ihrem Gemeinschaftskonzert auf der Wilhelmshöhe. Foto: Peter Löning

Lingen. Soll es das nun doch gewesen sein? Am Ende eines gemütlichen Gemeinschaftskonzerts mit den „Saxy Chants“ im Saal Wilhelmshöhe verkünden „Molto Vocale“, was die Anwesenden längst wussten, ihren Abschied von der Bühne.

Ein großes Kapitel schließt sich und Lingen verliert eine der Perlen in seiner Chorlandschaft. Gerade hier musste es sein, denn „hier auf der Wilhelmshöhe hatten wir unsere schönsten Konzerte. Wir hatten eine tolle Zeit“. Es macht sich etwas Wehmut breit bei diesen Worten. „Molto Vocale“ war bislang eine feste Größe hier. Man wird sie sehr vermissen.

Staffelübergabe an Saxy Chants

Ein fader Abschied aber wäre dies, wenn dem nicht ein genüssliches Konzert vorausgegangen wäre, und zwar „Volles Rohr“ (so der Titel). Eine Art Staffelübergabe kann man dabei sehen, denn für das Saxofonquintett „Saxy Chants“ ist dieses wohl das erste große Konzert vor ausverkauftem Haus gewesen. Der Name ebenso ein Wortspiel, die Besetzung ebenso ein Quintett, die Musik leicht, schwungvoll und mit Augenzwinkern. Es finden sich leicht so manche Gemeinsamkeiten, die eine Verbindung zwischen den Ensembles herstellen können.

Titelmusik der Muppet-Show

Die gelassene zufriedene Stimmung des Abschieds traf allerdings auf ein sehr konzentriert angespanntes Debuterlebnis. Offensichtlich detailreiche Absprachen im Ablauf und Moderationen liefen noch nicht ganz rund. Dafür war die Musik sehr vielversprechend und ausgewogen. Man wird sich hoffentlich auf noch so einige Auftritte der „Saxy Chants“ freuen dürfen. Natürlich ist bei der Besetzung die Titelmusik der Muppet-Show ein unbedingtes Muss!

Lange Geschichte

„Molto Vocale“ konnte in seinem Programm aus seiner langen Geschichte resümieren. Wie anders hätten sie da beginnen können, als mit Liedern der einzigartigen „Comedian Harmonists“ und ihrem legitimen Erben, dem großartigen Max Raabe („Kein Schwein ruft mich an“). Die wesentlichen Früchte des „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ (heute nur noch ESC). Die Bearbeitung von Griechischem Wein driftete dabei irgendwie ab und der Text am Ende ist bestimmt eins zu eins einer Speisekarte entnommen.

Wiederholung in Freren

Vielseitig und immer witzig ging es vom Zungen zerbrechenden „I’m a train“ in den Urwald mit „King oft he Bongo“ und „The Lion Sleeps Tonight“ – dafür muss man „Molto Vokale“ einfach lieben.

Fragil, anrührend und mit einem Hauch von Gänsehaut aber war Billy Joels „And so it goes“ das Stück des Abends, das von den zu Tränen gerührten Hörern mit langem und sehr emotionalen Applaus bedacht wurde. Danke den beiden Ensembles für ein tolles Konzert. Danke „Molto Vocale“ für viele schöne Jahre.

Wer dieses Konzert verpasst hat, hat am nächsten Sonntag, 21. Januar, um 17 Uhr in Frerens „Alter Molkerei“ noch einmal die Chance,diese beiden Gruppen zu erleben. .


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