Kooperationen möglich „Café International“ bleibt Thema in Lingen

Büroaktivitäten finden zurzeit noch in den Privaträumen von Jean-Marie Minani statt. Unterstützung erhält er dabei von Norbert Wessels (rechts). Foto: Caroline TheilingBüroaktivitäten finden zurzeit noch in den Privaträumen von Jean-Marie Minani statt. Unterstützung erhält er dabei von Norbert Wessels (rechts). Foto: Caroline Theiling

Lingen. Unter dem Namen „Café international“ möchte der Verein „Flüchtlingsforum für Integration und Menschenrechte“ einen Treffpunkt einrichten. Den Wunsch, dieses in eigens dafür angemieteten Räumen zu tun, hat der Ausschuss für Familie, Soziales und Integration zwar abgelehnt, aber dennoch ist das Thema nicht vom Tisch.

„Wir wollten doch zunächst einmal nur unser Konzept in einer großen Runde vorstellen“, erklärte der Vorsitzende Jean-Marie Minani in einem Gespräch mit der Redaktion. Er wunderte sich, dass sein Anliegen bereits den Weg in den Ausschuss gefunden hatte.

Konzept vorgestellt

In mehreren Schreiben an die Stadtverwaltung, den Oberbürgermeister und die im Rat vertretenen Parteien hatte der Verein sein Konzept bereits im September vorgestellt. Das Café International soll nach Vorstellungen des Forums über einen größeren Veranstaltungsraum, Büro, Küche, Sanitärbereiche sowie einen Kinder- und Spielraum verfügen, der täglich von 15 bis 20 Uhr geöffnet sein solle. Mit ehrenamtlichen Helfern aus dem Verein sowie mit zwei Teilzeitkräften solle das Café betrieben werden. Ziele seien unter anderem das Erlernen und Verbessern der deutschen Sprache, die Planung von Freizeitaktivitäten, gemeinsames Kochen, die Weiterbildung über das Asylland ( Deutschland) sowie die Unterstützung bei Behördengängen. Dabei sollte das Café natürlich für alle und nicht nur für Flüchtlinge offen sein.

Ideen brauchen Platz

„Wir haben viele Ideen“, betonte Minani, „können sie aber nicht umsetzen, weil uns der Platz fehlt.“ Aktuell gehören dem Verein 42 Mitglieder an. „Insgesamt haben schon rund 400 Menschen an unseren Angeboten teilgenommen“, freut sich der Vorsitzende über gute Resonanz und verwies auf mehrere Veranstaltungen, die im vergangenen Jahr zum Weltflüchtlingstag stattgefunden haben.

Bislang hat sich der Verein in wechselnden Räumen getroffen. So fanden einige Vorstandssitzungen in der Alten Backstube statt. Doch für andere Aktivitäten sei es hier zu eng oder es fehle an Ausstattung. Wenn es um Schriftverkehr geht, nutzt Minani zurzeit seinen privaten Laptop im heimischen Wohnzimmer.

Trotz der Absage an eigene Räume ist das Thema für Stadtkämmerin Monika Schwegmann und den Leiter des Fachbereiches Jugendhilfe, Arbeit und Soziales, Frank Botterschulte, noch nicht abgehakt. „Wir begrüßen ausdrücklich das Engagement dieses Vereins,“ betonten sie in einem Gespräch mit der Redaktion. Ehrenamtliche Helfer hat man nie genug.“ Doch müssten für ein solches Anliegen gewisse Formalitäten eingehalten werden. Dazu gehöre auch die Vorstellung in dem zuständigen Ausschuss.

„XXL-Lösung“ wurde abgelehnt

Bislang sei lediglich die „XXL-Lösung“ abgelehnt worden, erklärte Botterschulte. Das bedeute, dass das komplette Konzept des Vereins nicht auf einmal umgesetzt werden könne. Schließlich würde das einen Kostenaufwand von mehr als 50.000 Euro nach sich ziehen. Das wäre, verglichen mit anderen Vereinen, nicht fair. Dennoch sehe sich die Stadt als Vermittler und Türöffner zu allen anderen Organisationen, die in diese Richtung arbeiten. Dazu gehörten unter anderem Einrichtungen wie Gelingen, das Mehrgenerationenhaus oder das Freiwilligenzentrum. So sei es auch im Beschluss des Ausschusses nachzulesen, in dem es heißt: „Die Verwaltung wird beauftragt, die Kooperation des Vereins mit einem Träger der vorhandenen Begegnungsräume zu unterstützen und vermittelnde Gespräche zur Kooperation zu initiieren.“

Man könne sich seitens der Stadt vorstellen, die vorhandenen Strukturen zu nutzen, sagten Schwegmann und Botterschulte. So könnten beispielsweise größere Veranstaltungen im Freiwilligenzentrum stattfinden, Treffen mit Caféhaus-Charakter in einer weiteren Einrichtung und Kochabende wiederum woanders. „Die Nutzung der unterschiedlichen Räume kann auch zur Integration beitragen“, sieht die Stadtkämmerin sogar noch Vorteile dieser Lösung. Zahlreiche Gespräche hätten bereits ergeben, dass eine große Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsforum bestehe.

Alle an einen Tisch

„Noch vor der nächsten Sitzung des zuständigen Ausschusses wird es ein Gespräch geben, bei dem alle Beteiligten sich an einen Tisch setzen und erörtern, wie und wo Kooperation möglich ist,“ versprach Schwegmann. Falls Vereine oder Verbände Räume für das Flüchtlingsforum zur Verfügung stellen können, werden sie gebeten, sich mit dem Fachdienst Soziales unter Tel. 0591/9144-501 in Verbindung zusetzen.


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