Interessenten in Lingen gesucht Emslandhallen adé: Public Viewing zur WM im Emslandstadion?

Wenn es nach LWT-Geschäftsführerin Gesche Hagemeier geht, wird es 2018 ein Public Viewing im Emslandstadion gehen. Foto: Julia MauschWenn es nach LWT-Geschäftsführerin Gesche Hagemeier geht, wird es 2018 ein Public Viewing im Emslandstadion gehen. Foto: Julia Mausch

Lingen. Marktplatz, Emslandhallen, Emsauenpark: Pläne, wo in Lingen zur Fußball-Welt- oder Europa-Meisterschaft ein Public Viewing stattfinden soll, gab es viele. Für die Weltmeisterschaft 2018 im Juni ist nun ein neuer Veranstaltungsort auf dem Plan: das Emslandstadion.

In einem Interessenbekundungsverfahren hat die Stadt Lingen das geplante Public Viewing im Emslandstadion jetzt ausgeschrieben. Bis zu 3000 Leute sollen laut Gesche Hagemeier, Geschäftsführerin von Lingen Wirtschaft und Tourismus (LWT), in dem Stadion an der Teichstraße in Lingen Platz finden, wenn vom 14. Juni bis zum 15. Juli 2018 die Fußballweltmeisterschaft in Russland stattfindet. „Das Emslandstadion bietet optimale Voraussetzungen für ein Public Viewing“, meint Hagemeier. Die Tribüne sei überdacht, die Besucher könnten also auch bei Regen im Trockenen sitzen. Zudem sei das Stadion eingezäunt, eine Einlasskontrolle sei ohne Probleme möglich und es gebe genügend Parkmöglichkeiten. (Weiterlesen: Insolvenz: Endgültiger Schlusspfiff für den TuS Lingen)

Emsauenpark war umstritten

Parkmöglichkeiten waren vor zwei Jahren das Problem, als die Stadt geplant hatte, ein Public Viewing im Emsauenpark zu veranstalten. Auch damals wurden Interessenten gesucht, die das Rudelgucken organisieren. Einer fand sich, zog dann aber das Angebot zurück.

Die Pläne waren damals nicht unumstritten. Allen voran die Junge Union hatte sich gegen den Emsauenpark als Veranstaltungsort ausgesprochen, die Mitglieder hatten befürchtet, die Besucher würden im neu angelegten Park Spuren hinterlassen. Auch von unserer Redaktion wurde die nicht vorhandene Infrastruktur für Veranstaltungen diese Größenordnung im Emsauenpark kritisiert. (Weiterlesen: Infrastruktur für Public Viewing nicht vorhanden)

„Es war eine schöne Idee, den Emsauenpark beleben zu wollen, aber das Parkplatzproblem war nicht lösbar“, sagt Gesche Hagemeier heute. Veranstaltungen mit großen Massen seien bisher schwierig im Emsauenpark, das habe man auch bei der Eröffnung des Emsauenparks im August 2016 gesehen. Autofahrer hatten Mühe, einen Parkplatz zu finden. ( Weiterlesen: Der Emsauenpark in Lingen ist offiziell eröffnet) Das Parkplatzproblem kam auch in der Innenstadt auf, als die Stadt noch selbst auf dem Marktplatz Public Viewings organisiert hatte. Hinzu kamen Probleme beim Auf- und Abbau, der Verlegung des Wochenmarktes sowie die Umzäunung der Fläche, die zu Unmut bei den ansässigen Gastronomen geführt hatte. Der Kostenfaktor sei für die Stadt auf dem Marktplatz enorm hoch gewesen. 30.000 Euro Verlust habe die Stadt gemacht, als sie noch selbst das Public Viewing organisiert hatte.

Technik in den Emslandhallen nicht auf neuestem Stand

Das ist einer der Gründe, warum die Stadt Lingen, wie auch schon zur Europameisterschaft 2016, einen Vertrag mit einem externen Veranstalter abschließen will. Laut Hagemeier würden mittlerweile viele Städte nach diesem Prinzip verfahren. Als Beispiel nennt sie die Stadt Nordhorn. In Meppen wird das Public Viewing auf der Schülerwiese vom Stadtmarketingverein WiM organisiert – in Zusammenarbeit mit NOZ Medien.

Findet sich ein Interessent, wird dieser mit 5000 Euro bezuschusst. Darüber hinaus können laut der LWT-Geschäftsführerin weitere Mittel bereitgestellt werden, für flankierende Maßnahmen, wie etwa Werbung. Der Betrag ist im Wirtschaftsplan von Lingen Wirtschaft und Tourismus eingestellt. Der Wirtschaftsplan wurde bereits von der Gesellschafterversammlung von LWT, in der Vorstand und Mitglieder des Verwaltungsausschusses sitzen, verabschiedet.

Sollte sich kein Interessent finden, ist es ungewiss, ob das Public Viewing wie vor zwei Jahren wieder in den Emslandhallen stattfindet. Geht es nach Gesche Hagemeier, wird dies nicht der Fall sein. Denn: „Die Technik in den Emslandhallen ist nicht mehr auf dem neuesten Stand.“


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