Traditionshaus in Lingen Kolpinghaus in der Burgstraße hat neuen Pächter

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Das Kolpinghaus in der Burgstraße in Lingen hat ab dem 1. Februar einen neuen Pächter. Foto: KolpingfamilieDas Kolpinghaus in der Burgstraße in Lingen hat ab dem 1. Februar einen neuen Pächter. Foto: Kolpingfamilie

Lingen. An Rosenmontag sind die Narren los. Traditionell auch im Lingener Kolpinghaus. Doch genau dort wäre es im Februar sehr still gewesen, denn die Pächterin des Hotels und Restaurants hat dem Verein Kolpinghaus gekündigt. Bis Donnerstag war nicht klar, wie es weitergeht. Jetzt können die Kolpinger aufatmen – und auch die Narren.

15 Monate hat Hermann Brinker nach einem neuen Pächter gesucht. Zahlreiche Anzeigen hat der Vorsitzende des Vereins Kolpinghaus geschaltet. In der Not ist er sogar an Vertreter und Liefereranten herangetreten, hat sie gefragt, ob sie nicht jemanden kennen, der das Kolpinghaus pachten will. Mit der Antwort, die ihm genannt wurde, hatte der 71-Jährige fast nicht mehr gerechnet. Einer der Vertreter von Biersorten kannte nämlich jemanden, der sich für das Kolpinghaus interessiert. Am Donnerstag wurde der Pachtvertrag unterzeichnet, die Zukunft des Kolpinghauses ist gesichert.

Neuer Pächter ist ein Emsländer

Der neue Pächter wird das Kolpinghaus ab dem 1. Februar übernehmen. Wer es ist, das will Brinker noch nicht sagen, nur soviel: „Es ist ein Emsländer.“ Damit unterscheidet er sich von der jetzigen Pächterin Daniela Heller. Die 29-jährige Hotelfachfrau, die in Rheinland-Pfalz aufgewachsen ist und vor sechs Jahren im Kolpinghaus angefangen hat, wollte den Pachtvertrag bereits Mitte vergangenen Jahres kündigen. Nach Gesprächen mit dem Verein Kolpinghaus wurde der Vertrag dann noch einmal bis Februar verlängert. Doch dann ist wirklich Schluss. Daniela Heller will eine Weltreise machen, den Jakobsweg entlang laufen, das Land kennenlernen, in dem ihre Mutter geboren wurde: Chile. (Weiterlesen: Das Kolpinghaus in Lingen sucht einen neuen Pächter)

Rosenmontagsparty bleibt erhalten

Der neue Pächter, so Hermann Brinker, kann das Haus übernehmen, so wie es jetzt ist. Verschiedene Sanierungsarbeiten seien in den vergangenen Jahren erfolgt, das Haus sei in einem sehr guten Zustand. Der Verein hoffe, dass der Pächter neuen Schwung in das Kolpinghaus bringt. Altbewährtes soll dabei aber erhalten bleiben. Sei es das Treffen von Kolpingern oder Kegelfreunden, Vereinsversammlungen oder Feiern jeglicher Art. Das war schon bei der Eröffnung am 1. Februar 1975 der Wunsch: „Es ist unser Wunsch und unsere Absicht, dass Jung und Alt sich hier gerne treffen und Freude gemeinsam erfahren“, hieß es damals.

Rosenmontag im Kolpinghaus ist „eine Institution“

Mit Altbewährtem meint Brinker Partys wie die 70er-Party oder die Rosenmontagsfeier. Letzteres sei „eine Institution in Lingen“. Vor mehr als zehn Jahren hatte der damalige Pächter des Kolpinghauses gemeinsam mit dem Lingener DJ Matthias Geßner die Rosenmontags-Party, die zu diesem Zeitpunkt an der Burgstraße eingeschlafen war, zu neuem Leben erweckt. Mittlerweile kommen laut Geßner jedes Jahr bis zu 300 Karnevalfans ins Kolpinghaus und feiern zu Liedern wie „Viva Colonia“ von der Kölner Musikgruppe Höhner. Nicht nur „kölsche“ Musik gibt es an dem Abend in dem Haus, laut Geßner auch echte Kölner Jecken. „Jedes Jahr kommen 20 bis 30 Kölner zur Rosenmontagsparty“, sagt der DJ. Ihnen sei es am Rheinufer einfach zu voll, deswegen besuchen sie Bekannte im Emsland und feiern einfach im Lingener Kolpinghaus Karneval.


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