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„Offener Brief“ von Stüting Lingens OB Krone: Die meisten Bewohner des Alloheims fühlen sich wohl

Von Thomas Pertz | 07.05.2018, 19:51 Uhr

Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone hat „keine Zweifel daran, dass die meisten Bewohner des Alloheims sich dort wohlfühlen und man sich dort ebenso wie in anderen Heimen in Lingen sehr um das Wohlergehen der Bewohnerinnen und Bewohner kümmert“. Dies geht aus einem Antwortschreiben Krones an Sabine Stüting, Fraktionsmitglied der Bürgernahen im Stadtrat hervor.

Stüting hatte sich in einem „Offenen Brief“ an Krone im Zusammenhang mit der in die Kritik geratenen Pflegeeinrichtung im Emsauenpark gewandt. Im Februar hatte unsere Redaktion über schwere Vorwürfe von Angehörigen von Pflegebedürftigen gegen die Alloheim-Residenz berichtet. Die Unternehmensgruppe wies die Vorwürfe zurück. Die Stadt Lingen übt die Heimaufsicht über die Lingener Alten- und Pflegeheime aus.

In ihrem Brief an den Oberbürgermeister verweist Stüting darauf, dass sie sich als Mitglied des Rates und des Fachausschusses intensiver mit dem Lingener Alloheim beschäftigt habe. „Ohne in die Details gehen zu wollen, muss ich leider sagen, dass schwere Mängel beschrieben wurden“, so Stüting.

Akteneinsicht

Zusammen mit dem BN-Fraktionsvorsitzenden Robert Koop habe sie deshalb Akteneinsicht genommen. „Dabei konnten wir uns davon überzeugen, dass die zuständigen Mitarbeiter der Heimaufsicht mit enormer Akribie und hohem Aufwand ihrer Aufgabe weitestmöglich nachgekommen sind“, schrieb Stüting. Wegen der Schwere der Mängel drohe die Stadt dem Heim mit juristischen Konsequenzen, heißt es in ihrem Brief weiter.

„Über Äußerung überrascht“

Die BN-Politikerin bezieht sich in dem Schreiben auch auf die Sitzung des Fachausschusses am 8. März, in der sich die zuständige Dezernentin Monika Schwegmann informiert und betroffen von der Schilderung von Bürgern über erlebte Mängel geäußert habe. Sie, Stüting, sei deshalb überrascht gewesen von einer Äußerung Krones bei einer Veranstaltung der FDP. Ende März hatte der Oberbürgermeister als Kandidat im Wahlkampf dazu erklärt, dass das Alloheim „zu Unrecht in Verruf geraten ist“. Es sei nicht besser und nicht schlechter als alle anderen auch, habe ihm ein Arzt gesagt. Stüting bat Krone um eine Erklärung für „die erhebliche Diskrepanz Ihrer Aussagen zu den Erkenntnissen der Fachleute“.

Fachkräftemangel in der Pflege

In seinem Antwortschreiben weist Oberbürgermeister Krone darauf hin, dass das Alloheim in Lingen im Mai 2016 gestartet und der Aufnahmeprozess von Pflegebedürftigen engmaschig von der Heimaufsicht der Stadt Lingen begleitet worden sei. Bereits damals sei erkennbar gewesen, dass der Fachkräftemangel in der Pflege bei der Besetzung der entsprechenden Stellen Probleme bereiten werde. Deshalb habe das Heim vermehrt auf Leiharbeitskräfte bzw. auf selbstständige Pflegekräfte gesetzt. „Da hier eine größere Fluktuation entsteht, war und ist dieser Prozess aufwendiger als es in Einrichtungen der Fall ist, die mit einem eigenen Personalstamm arbeiten“, so Krone.

„Keine Auffälligkeiten“

Bis einschließlich Dezember 2017 hätten die Prüfungen im Auftrag der Pflegeversicherung zu keinen Auffälligkeiten geführt, die eine fachgerechte Pflege der Bewohner infrage gestellt hätten, so der Oberbürgermeister. In seinem Antwortschreiben erklärte Krone weiter, dass „besonders im Frühjahr 2018“ die Beschwerden von Bewohnern, Angehörigen und Beschäftigten zugenommen hätten. Allen Informationen sei nachgegangen worden. Krone: „Eine fach- und sachgerechte Begleitung durch die Heimaufsicht war zu jeder Zeit gegeben. Die Heimaufsicht ist stets durch eine hohe Präsenz - angemeldet und unangemeldet zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten - beteiligt gewesen. Eine ordnungsgemäße Aufgabenerledigung war auf allen Verantwortungsebenen sichergestellt.“

„Intensiv informiert“

Er sei aufgrund der Wichtigkeit und Bedeutung der Aufgaben der Heimaufsicht insbesondere in den letzten Monaten von den Mitarbeitern und auch von der zuständigen Dezernentin über die Vorkommnisse und Verfahrensschritte intensiv informiert worden, unterstrich Krone. Umfassend sei dies auch für die Bürger in öffentlicher und für die Ratsmitglieder in nichtöffentlicher Sitzung des Ausschusses für Familie, Soziales und Integration geschehen.

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