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Beratung in der Burgstraße Grafschafter DRK eröffnet Autismus-Ambulanz in Lingen

Von Thomas Pertz | 25.09.2018, 19:45 Uhr

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Kreisverband Grafschaft Bentheim hat in der Burgstraße 15 in Lingen eine Autismusambulanz eingerichtet. Leiterin ist Heike Spalthoff. Die Autismusambulanz ist eine der Säulen der Entlastenden Dienste (ED) des DRK in der Grafschaft.

Der Begriff Autismus umschreibt eine beim Betroffenen von der Norm abweichende Wahrnehmung seiner Umwelt und Informationsverarbeitung. Autistische Menschen fällt es zum Beispiel schwer, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen und zu verstehen. Ihre Kommunikation und Wahrnehmungsverarbeitung unterscheiden sich von der nicht-autistischer Menschen. Manche sprechen nicht und sind in ihrem Verhalten auf dem ersten Blick auffällig, andere sind zunächst vom Durchschnittsmenschen nicht als autistisch erkennbar. Deshalb ist in diesem Zusammenhang auch häufig vom Autismus-Spektrum die Rede. "Autismus ist keine Krankheit, aber eine andere Sicht auf die Welt", erläuterte Heike Spalthoff in einem Pressegespräch.

Immer mehr Anfragen

Bislang war das DRK im Kreisverband Grafschaft Bentheim mit seiner Autismusambulanz ausschließlich in Nordhorn aktiv. Dort gibt es dieses Angebot seit 2013. "Wir haben in den letzten Jahren viele Anfragen dazu bekommen, auch hier aus dem Emsland", erläuterte Anke Plümers, Leiterin der Entlastenden Dienste beim DRK. Aus diesem Grund habe das DRK im Kreisverband Grafschaft Bentheim Gespräche mit dem Kreisverband in Lingen aufgenommen. Ergebnis war die Zustimmung zum Plan des Grafschafter DRK, in der Burgstraße 15 eine zweite Autismusambulanz einzurichten. Damit sei eine wohnortnahe Betreuung auch im südlichen Emsland gewährleistet.

Beim Gespräch in der Burgstraße verwiesen Spalthoff und ihre Kolleginnen darauf, dass es keine geschlechtsspezifische Zuordnung gebe, also Mädchen und Jungen gleichermaßen autistisch sein können. "Mädchen können es aber besser verbergen", sagte die Leiterin. Anders herum falle Autismus bei einem Jungen aufgrund seines Verhaltens eher auf. Im Rahmen der Arbeit in der Autismusambulanz des DRK gehe es darum, dass die Betroffenen in ihrem Lebensumfeld mit einem entsprechenden Coaching bleiben könnten. "Wir wollen den Menschen helfen, unsere Wahrnehmung einschätzen zu lernen", sagte Plümers.

Durch die Inanspruchnahme der DRK-Autismusambulanz entstehen keine Kosten. Vor Beginn der Maßnahme wird ein Antrag auf Kostenübernahme beim zuständigen Kostenträger gestellt. Das kann zum Beispiel die Kommune (Sozialamt/Jugendamt) oder die Arbeitsagentur sein. Neben der individuellen Förderung der Betroffenen sind die Unterstützung und Anleitung betroffener Familien wesentliche Schwerpunkte der Arbeit, sagte Spalthoff.

Kontakt: Autismusambulanz Lingen, Burgstraße 15, Leitung: Heike Spalthoff, Telefon: 0591/964949611, Email: spalthoff@ed-drk.de