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Kommentar Remondis sorgt in Lingen für eine Farce in Gelb

Meinung – Wilfried Roggendorf | 07.01.2019, 18:57 Uhr

Dass ein neues Abfuhrunternehmen ein paar Anfangsschwierigkeiten hat, sei dem Entsorger Remondis zugestanden. Aber das erträgliche Maß ist nach einer Woche in Lingen komplett überschritten. Ein Kommentar.

Wer nicht in der Lage ist, ohne die sogenannte automatische Tourenplanung die richtigen Straßen anzufahren, hat sich viel zu abhängig von einer offensichtlich fehlerhaften Technik gemacht.

Und wer weder genügend Fahrzeuge noch Personal bereithält, um die gerade nach den Feiertagen üblicherweise größeren Mengen an Verpackungsabfall zu bewältigen, hat bei seinem Angebot wohl von Anfang an mit einem viel zu spitzen Bleistift kalkuliert.

Für beide Probleme hat Remondis keinen Plan B in der Tasche. An dieser Feststellung ändern auch alle Versprechungen des Unternehmens nichts, mit denen es Besserung gelobt.

Die Auftragsvergabe an Remondis durch den „Grünen Punkt – Duales System Deutschland“ hat zudem ein gewisses Geschmäckle: Sollte das Kartellamt dem längst unterschriebenen Kaufvertrag des Grünen Punktes an Remondis zustimmen, hätte sich der Entsorger praktisch selbst den Auftrag zur Abholung der gelben Säcke erteilt. Sanktionen wegen seiner Fehler hat Remondis da wohl kaum ernsthaft zu fürchten.

Für den Bürger ist dies am Ende nur eine einzige Farce in Gelb.