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Maschinenfabrik feiert 50. Geburtstag Paus in Emsbüren gehört zu den Machern im Emsland

Von Thomas Pertz | 26.10.2018, 18:30 Uhr

Die große Wertschätzung, die die Maschinenfabrik Paus aus Emsbüren national und international genießt, ist am Freitag beim 50-jährigen Jubiläumsfest deutlich geworden.

Hermann Paus hatte das Familienunternehmen, das sich insbesondere als Hersteller von Fahrzeugen für den Berg- und Tunnelbau weltweit einen Namen gemacht hat, im Jahr 1968 gegründet. Aus einer Handvoll Mitarbeitern beim Start vor 50 Jahren sind heute über 250 geworden - Spezialisten und Fachkräfte in einem hochtechnisierten und innovativen Unternehmen, das von den beiden Brüdern Wolfgang und Franz-Josef Paus in der zweiten Generation geführt wird.

Rund 300 Gäste hatten sich im großen Festzelt an der Siemenstraße eingefunden, wo sich nicht nur in deutscher Sprache unterhalten wurde, sondern auch in englischer, russischer und spanischer: Neben einem Teil der Belegschaft - die komplette feierte Freitagabend das Unternehmensfest - waren auch internationale Geschäftspartner von Paus eingeladen. Ihnen standen Dolmetscher zur Verfügung.

Seniorchef Hermann Paus hatte sich 2002 aus dem Unternehmen zurückgezogen und seine beiden Söhne mit der Geschäftsführung beauftragt. Die Lebensleistung von Paus und seiner Frau Agnes beim Aufbau des Familienunternehmens wurde in ebenso anschaulicher wie bewegender Weise in einem Kurzfilm zu Beginn dargestellt. Darin kamen nicht nur ehemalige Mitarbeiter, sondern insbesondere auch das Ehepaar selbst zu Wort. Deutlich wurde die Pionierarbeit des Ingenieurs, aber ebenso auch der Anteil seiner Ehefrau am Unternehmenserfolg. Dass auf dem Weg nach oben auch einmal der Haussegen schief hing, zeigte der Film ebenfalls. "Da hätte ich am liebsten die Firma in die Luft gesprengt", erzählte Agnes Paus, als ihr Mann an den Weihnachtstagen 1984 in Moskau blieb, um einen Auftrag zu ergattern.

Es blieb zum Glück bei der Drohung, denn insbesondere die Geschäftsbeziehungen zur Sowjetunion und in den späteren Jahren zu den Staaten der ehemaligen UDSSR entwickelten sich für Paus sehr positiv. Valery Kirienko, Vertreter von Belaruskali in Weißrussland, würdigte die langjährigen Geschäftsbeziehungen zwischen dem Kaliproduzenten und dem Emsbürener Unternehmen.

Als "Nischenanbieter auf hohem technischen Niveau" mit einer starken Mitarbeiterschaft beschrieben Wolfgang und Franz-Josef Paus das Unternehmen. "Ohne Euch wäre das alles nichts geworden, herzlichen Dank und Glück auf", schlossen sie mit dem Gruß der Bergleute – und einem Fingerzeig auf die breite Fahrzeugpalette von Paus beim Einsatz unter Tage.

Landrat Reinhard Winter würdigte in seiner Rede die unternehmerische Lebensleistung von Hermann Paus. Auch die zweite Paus-Generation bestehe aus innovativ denkenden Firmenchefs. Winter verwies auch auf den Leitsatz des Unternehmens: "The people who care", Leute, die sich kümmern. Genau dies beschreibe Paus. Der Name stehe für Kümmerer und Macher im Emsland.

Für die IHK beglückwünschte Präsident Martin Schlichter zum 50-jährigen Bestehen. Dass ein Unternehmen im Kammerbezirk ein solches Jubiläum feiere, sei keine Selbstverständlichkeit. Paus gehöre auch zu den Top-Ausbildungsbetrieben mit entsprechendem Zertifikat, würdigte Schlichter die Bemühungen des Maschinenbauers, sein hohes technologisches Know-how zu erhalten. "Kompetenz, Mut und Veränderungsbereitschaft sind Teile des Erfolgsrezeptes von Paus am richtigen Standort", sagte der IHK-Präsident.

Die enge Verbundenheit der Belegschaft zur Unternehmensführung brachte Betriebsratsvorsitzender Thomas Brüggemann zum Ausdruck. Dieser Zusammenhalt hat sich nach seinen Worten auch in schwierigen Geschäftszeiten bewährt. Sichtbar machte die Belegschaft die hohe Identifikation mit dem Betrieb durch ihr Geschenk. Brüggemann überreichte eine Weltkugel, die die globale Ausrichtung von Paus dokumentiert. Die Kugel steht auf einer Säule, die die Namen der Betriebsangehörigen trägt. Der Vorsitzende des Betriebsrates hielt sich im Übrigen kurz – und zitierte dabei den Seniorchef: "Vom vielen Reden werden wir hier nicht fertig."

Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin Baumaschinen GmbH in München, Geschäftspartner von Paus, griff ebenfalls das Leitmotiv "The people who care" auf. Mit diesem Selbstverständnis als erstklassiger Dienstleister und Problemlöser habe sich Paus national und international einen Namen gemacht, so Gerstmann.