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Aktion des Weltladens am Samstag Süße Osterhasen in Lingen machen auf ein bitteres Thema aufmerksam

Von Thomas Pertz | 27.03.2019, 18:45 Uhr

Mitglieder des Weltladens in Lingen werden am kommenden Samstag, 30. März, zwischen 10 und 15 Uhr vor dem Geschäft in der Großen Straße und auf dem Wochenmarkt eine Osteraktion zum Thema "make chocolate fair" starten.

Zu übersehen sind die Mitglieder des Weltladens nicht, denn sie informieren in Osterhasenkostümen über die Aktion. Gleichzeitig sammeln sie Unterschriften zum Thema "Menschenrechte schützen". Der Weltladen ist mit seinem Anliegen, auf die prekäre Situation von Millionen von Kakaoanbauern und ihre menschenunwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen, nicht allein. Darauf wies Barbara Ecke vom Weltladen in einem Pressegespräch am Mittwoch hin.

Denn auch die Berufsbildenden Schulen, Agrar und Soziales und die Marienschule in Lingen unterstützen die Aktion. Dort machen Schülerinnen und Schüler am Freitag darauf aufmerksam und in der nächsten Woche die BBS.

Initiator der Aktion, die bundesweit an verschiedenen Standorten stattfindet, ist das "Inkota-Netzwerk", eine gemeinnützige Entwicklungsorganisation aus Berlin. "Im Februar hatten wir eine Ausstellung mit ihnen hier in den Räumen des Weltladens", berichtete Ecke. Daraus sei die Idee zu der Aktion am kommenden Samstag entstanden.

Großer Appetit der Deutschen

Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" von Inkota fordert Schokoladenunternehmen, Kakaoverarbeiter und Regierungen dazu auf, ihre Bemühungen zur Verbesserung der Lebenssituation von Kakaobauernfamilien zu verstärken. Schokoladenunternehmen sind die Hersteller des Endprodukts von Kakao. Sie tragen, so Inkota, maßgeblich eine Verantwortung für die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten beim Kakaoanbau.

Zu Ostern werden nach Angaben des Vereins in Deutschland die meisten süßen Leckereien verspeist. Der Absatz von Schokolade sei in Europa mit 50 Prozent Weltmarktanteil am höchsten. Der Appetit der Deutschen auf den braunen Genuss ist dabei besonders ausgeprägt und liegt Inkota zufolge bei zehn Kilo pro Kopf und Jahr .Der Zeitpunkt der Aktion knapp drei Wochen vor Ostern ist deshalb nach Angaben von Inkoa ideal, um viele Menschen auf die "bittere Wahrheit hinter der Schokolade hinzuweisen – und die Verantwortlichen zum Handeln aufzufordern."

Kakao wird aufgrund seiner besonderen Voraussetzungen beim Wachstum nur in wenigen Ländern angebaut. Der Großteil des weltweit angebauten Kakaos stammt aus den vier westafrikanischen Ländern Elfenbeinküste, Ghana, Nigeria und Kamerun. Dort liege die Arbeit, so Inkota, zu 90 Prozent in der Hand von Familienbetrieben. Der Anbau ist sehr arbeitsintensiv und erfolgt zum Großteil in Handarbeit.

Wie Inkota weiter mitteilte, kommen nur etwa sechs Prozent des Verkaufspreises für eine Tafel Schokolade den Bauern zugute. Der Anteil der Unternehmen liege bei 35 Prozent. Die Gefahr von Kinderarbeit nehme zu. Die Mitglieder des Weltladens wollen am Samstag auf diese Zusammenhänge aufmerksam machen und mit Bürgern ins Gespräch kommen.

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