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Anlage gesperrt Legionellen im Stadion des SV Olympia Laxten festgestellt

Von Wilfried Roggendorf | 28.02.2019, 14:59 Uhr

Im Stadion des SV Olympia Laxten kann derzeit nicht gespielt werden. Der Grund: In den Trinkwasserleitungen hat die Stadt bei Kontrollen Legionellen festgestellt. Diese Bakterien können eine lebensbedrohliche Krankheit auslösen.

"Wir kontrollieren regelmäßig seit einigen Jahren die Wasserleitungen in allen Gebäuden, die zeitlich nur punktuell genutzt werden", erklärte Lingens Stadtbaurat Lother Schreinemacher auf Nachfrage unserer Redaktion. Denn Legionellen würden sich gerade in stehenden Wasserleitungen vermehren." Heutzutage würden solche Stichleitungen, die in vielen älteren Gebäuden noch vorhanden seien, jedoch nicht mehr gebaut. "Heute setzen wir auf Ring- beziehungsweise Zirkulationsleitungen", erläuterte Schreinemacher.

Defekte Pumpe als vermutliche Ursache

Im Laxtener Stadion an der Diekstraße seien solche Leitungen vorhanden. Jedoch musste dort jetzt eine defekte Zirkulationspumpe ausgetauscht werden. "Im Normalfall hält diese Pumpe das Wasser in Bewegung", sagte der Stadtbaurat. Er vermutete, dass der Ausfall der Pumpe und das damit stehende Wasser für das vermehrte Aufkommen von Legionellen verantwortlich sein könnte.

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Legionellen sind im Wasser lebende stäbchenförmige Bakterien. Werden diese mit Wassernebel, beispielsweise beim Duschen, eingeatmet, können sie die mit einer Lungenentzündung einhergehende Legionärskrankheit auslösen. Ihren Namen erhielt die Krankheit nach einem Treffen der US-Kriegsveteranenvereinigung "American Legion", 1976 in Philadelphia stattfand. Damals waren 181 ältere Personen an einer Lungenentzündung lebensbedrohlich erkrankt. Bei vorher gesunden Menschen verläuft die Legionärskrankheit unbehandelt in etwa 15 Prozent der Fälle tödlich. Bei Menschen mit Immunschwäche oder bestehenden Herz- und Lungenerkrankungen beträgt die Sterblichkeitsrate bis zu 71 Prozent. Die Krankheit lässt sich mit Antibiotika jedoch gut behandeln.

"Wir führen jetzt eine thermische Reinigung der betroffenen Leitungen mit 70 Grad warmen Wasser durch", sagte Schreinemacher. Bei dieser Temperatur würden die Legionellen absterben. Am Montag wolle die Stadt dann Kontrollproben entnehmen. "Ich hoffe, dass diese negativ ausfallen und die Sportanlage wieder freigegeben werden kann", erklärte Schreinemacher weiter. Die Sperrung sei eine Vorsichtsmaßnahme.

Keine Auswirkungen auf Spielbetrieb

Jürgen Többen, Vizepräsident des SV Olympia Laxten, sagte, dass die Sperrung des Stadions an der Diekstraße keine Auswirkungen auf den Spielbetrieb habe. "Außer der Ersten Fußball-Seniorenmannschaft und den auf Bezirksebene spielenden Juniorennmannschaften sind alle anderen Teams des Vereins noch in der Winterpause oder in der Vorbereitung auf die Rückrunde", erklärte Többen. Alle Pflichtspiele des Vereins mit Ausnahme der Begegnung der Ersten Seniorenmannschaft am Freitagabend um 19.30 Uhr gegen Herzlake (Stadion), würden auf den Plätzen am Dieksee ausgetragen.