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Neue Stelle in Rethem (Aller) Pastor Philipp Wollek verlässt Johanneskirche in Lingen

Von Carsten van Bevern | 25.06.2019, 19:05 Uhr

Pastor Philipp Wollek wird nach siebeneinhalb Jahren die evangelisch-lutherische Johanneskirche in Lingen verlassen und zum 1. August 2019 Pastor der Kirchengemeinde Rethem an der Aller. In Lingen hat er maßgeblich am 2013 stadtweit eingeführten 3/8-Konfirmandenmodell mitgewirkt.

In der Lingener Gemeinde im Strootgebiet war Wollek im Februar 2012 vom Landessuperindendenten auch zum Pastor ordiniert und 2015 nach dreijähriger "Probezeit" zum Pastor auf Lebenszeit ernannt worden. "Das wird mich immer mit Lingen verbinden, das waren wichtige Stationen in meinem bisherigen Leben", erklärt Wollek in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Offiziell verabschiedet wird Wollek am Samstag, 29. Juni, ab 16 Uhr im Rahmen eines Gottesdienstes vom stellvertretenden Superindendenten des Kirchenkreises Emsland/Bentheim, Ralf Maennl. Anschließend laden Wollek und der Kirchenvorstand zu einem lockeren Grillfest am Gemeindehaus ein.

Der aktuell knapp 4700 Mitglieder zählenden Kirchengemeinde wird er aber auch noch über diesen Tag hinaus verbunden sein. So wird Wollek vom 27. Juli bis zum 10. August noch die traditionelle Südtirol-Jugendfreizeit des Kirchenkreises begleiten: "Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen war mir immer sehr wichtig. Ich bin froh, dass der Vorstand meiner neuen Kirchengemeinde mit dieser Regelung auch einverstanden ist."

Doch so ganz neu ist für Wollek die Kirchengemeinde Rethem auch gar nicht, hat er dort im Kirchenkreis Walsrode doch seine rund zweieinhalbjährige Vikariatszeit verbracht. Seinem damaligen Mentor Diedrich Petzold wird er nun nach dessen Pensionierung als Pastor der mit rund 2600 Mitgliedern deutlich kleineren Kirchengemeinde folgen. Am 18. August ist dort die feierliche Amtseinführung geplant. "Ich habe dort bereits viele Freiheiten gehabt, konnte mich ausprobieren und habe im dortigen Gospelchor gesungen. Ich gehe also mit einem lachenden Auge nach Rethem, aber sicher auch mit einem weinenden Auge aus Lingen. Hier in dieser Gemeinde und der sehr lebenswerten Stadt mit seiner tollen Jugendarbeit und der vorbildlich gelebten Ökumene habe ich mich sehr wohl gefühlt."

Froh ist er, dass in Rethem in der Jugend- und Konfirmandenarbeit ebenfalls das 4/8-Konzept praktiziert wird. So war er in Lingen auch maßgeblich am 2013 eingeführten 3/8-Konzept beteiligt – dies bedeutet, dass der Konfirmandenunterricht nicht wie früher in der sieben und achten Klasse, sondern geteilt in der dritten beziehungsweise vierten und dann in der achten Klasse stattfindet. "Das hat nach unseren Erfahrungen viele Vorteile. Die jüngeren Kinder sind meist viel aufnahme- und begeisterungsfähiger sowie lustvoller bei der Sache. Und wir bekommen so auch mehr Kontakt zu den Eltern", nennt er mehrere Vorteile. Erst im vergangenen Monat sind in der Johanneskirche die ersten Jugendlichen, die dieses Konzept durchlaufen haben, konfirmiert worden.

Julia Keßler, langjährige Vorsitzende des Kirchenvorstandes bedauert den Weggang und den wiederholten Wechsel im pastoralen Team der Johanneskirche: "Ich freue mich aber für Philipp, dass es mit der neuen Stelle geklappt hat. Und dass wir mit Orsolya Schütte-Gál eine sofortige Nachfolgerin bekommen. Sie ist seit 2017 bei uns und kennt die Gemeinde schon gut." Weitere Pastorin in der Johanneskirchengemeinde ist seit 2018 Helen-Kathrin Treutler.

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