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Im Bonifatius-Hospital in Lingen Neuer Raum zum Trauern und Abschiednehmen

Von PM. | 06.08.2019, 14:36 Uhr

Eine würdevolle Atmosphäre ist der Wunsch von allen, die sich von einem geliebten Menschen verabschieden müssen. Das Bonifatius-Hospital in Lingen hat daher einen freundlich gestalteten Verabschiedungsraum errichtet. Darauf weist das Krankenhaus in einer Mitteilung hin.

Besonderheiten des Raums sind die vielfarbigen Fenster, angelehnt an die bunten Sprossenfenster des Künstlers Gerhard Richter im Kölner Dom, und ein goldenes Deckenelement. Die bunten Farben der Fenster sollen Hoffnung für Menschen aller Religionen und Anschauungen symbolisieren.

Kuratoriumsvorsitzender Pastor Thomas Burke hielt zunächst eine kurze Andacht, bevor er im Anschluss die einzelnen Räume segnete. An der Einweihung nahmen die Geschäftsführung, die Seelsorge, die Pflegedienstleitung, der ärztliche Direktor, die Vertreter der Technik, die Mitarbeitervertretung sowie einige Mitarbeiter des Pflegepersonals teil.

Hanne Büker, Leiterin der Seelsorge, betonte, dass sich alle Beteiligten im Vorfeld viele Gedanken gemacht hätten, um den Raum so würdevoll wie möglich zu gestalten. „Hinterbliebene berichten häufig, wie wichtig es ihnen war, den Verstorbenen noch einmal zu sehen und vielleicht auch zu berühren", erklärte Büker. Oft habe es die Angehörigen Mut gekostet, dem Angehörigen so noch einmal gegenüberzutreten – ob noch im Patienten- oder im Verabschiedungszimmer. "Die meisten berichten anschließend, dass es ihnen im Trauerprozess geholfen hat.“

Begleitung auf Wunsch

Angehörige werden auf Wunsch in der Zeit des Abschieds im Krankenhaus von der Seelsorge des Bonifatius- Hospitals begleitet. Ein Mitglied des Seelsorgeteams steht bei Bedarf zur Verfügung, um sich in dieser Zeit auszusprechen, Rückblick zu halten oder sich auch mit Gebet und Segen von Verstorbenen zu verabschieden. Die Angehörigen von Verstorbenen werden im Folgemonat zu einem Sonntagsgottesdienst eingeladen, in dem der Verstorbenen gedacht und für sie gebetet wird.

Die katholische und evangelische Krankenhausseelsorge ist ein Dienst der Kirchen für alle Menschen im Haus sowie unter Anerkennung der jeweils eigenen Überzeugungen für alle offen. Neben der Begleitung von Angehörigen besucht die Seelsorge Patienten des Krankenhauses, führt Gespräche, bietet Gebet und Segnung an und gestaltet Gottesdienste. Einmal im Monat sind Patienten und ihre Angehörigen zu einer Feier der Krankensalbung eingeladen, die Spendung der Krankensalbung ist jedoch auch jederzeit möglich.

Die Seelsorge arbeitet auch mit im Ethik-Komitee des Bonifatius-Hospitals. Dabei stehen die Mitglieder Patienten, Angehörigen, Mitarbeitern des Hauses in schwierigen Fragen und Problemen bzw. ethischen Konfliktsituationen beratend zur Seite. Das Ethik-Komitee setzt sich aus Mitarbeitern unterschiedlicher Berufsgruppen des Bonifatius-Hospitals sowie drei externen Mitgliedern zusammen.

Neben den vielen Aufgaben begrüßt das Team der Seelsorge auch die Neugeborenen, denn im Bonifatius Hospital erblicken jährlich über 1200 Kinder das Licht der Welt.