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Jeder kann zum Lebensretter werden Wiederbelebung wird im Boni in Lingen geübt

Von PM. | 18.09.2019, 09:15 Uhr

Das Bonifatius-Hospital Lingen lädt gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz und dem Rettungsdienst Emsland/Grafschaft Bentheim am Sonntag, 22. September, von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr zu einem Aktionstag zum Thema Wiederbelebung ein.

„Es lohnt sich, seine Fähigkeiten aufzufrischen, denn Reanimation ist einfacher als viele glauben. Jeder kann es“, betonte Dr. Carsten Börner, Leiter der zentralen Notaufnahme des Lingener Krankenhauses. Zu dem Kurz-Reanimationstraining für Jung und Alt sind laut Pressemitteilung des Bonifatius-Hospitals auch Familien herzlich eingeladen: Denn die meisten Fälle von plötzlichem Herzstillstand ereignen sich zu Hause bzw. im Freundeskreis. Anhand von Übungspuppen beginnt die „Hands-on“-Schulung. „Da Säuglinge und Kinder nicht einfach kleine Erwachsenen sind, wird auch die spezielle Reanimation der Jüngsten gezeigt und trainiert“, erklärt Dr. Henry Bosse, Chefarzt der Kinderklinik.

Die Besucher können die Zeit auch nutzen, den Ärzten und Rettungsassistenten ihre Fragen zur Reanimation persönlich zu stellen. Die Teams der Kardiologie, der Kinderklinik, des DRK, und Dr. Wolfgang Hagemann als ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Emsland/Grafschaft Bentheim stehen an Informationsständen Frage und Antwort, auch zu Laien-Defibrillatoren und zum Projekt Mobile Retter.

Plötzlicher Herztod kann vielfach verhindert werden

Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Zwar sind die Fälle, in denen einfache, aber lebensrettende Maßnahmen ergriffen werden seit Einführung der Aktionen rund um die „Woche der Wiederbelebung“ angestiegen – aber es geht noch mehr. Prof. Dr. Rainer Hoffmann, Chefarzt der Kardiologie: „Die Mund-zu-Mund-Beatmung, vor der viele zurückschrecken, ist bei der Wiederbelebung zweitrangig: Mit einer Herz-Druck-Massage werden Gehirn und Organe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausreichend mit Sauerstoff versorgt.“ „Durch regelmäßig stattfindende Aktionen wie die im Bonifatius Hospital alle zwei Jahre, können wir dazu beitragen, die Wiederbelebungsquote in Deutschland weiter zu erhöhen“, ergänzt Dr. Wolfgang Hagemann.

Die lebensrettende Devise lautet „Prüfen. Rufen. Drücken!“: Prüfen, ob die Person noch atmet. Unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. „Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich ca. 5.000 Menschenleben gerettet werden“, erläutert Norbert Boyer, Fachbereichsleiter des DRK-Kreisverbandes Emsland.

Prüfen.Rufen.Drücken!

Hier setzt die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) unterstützte Aktion „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“ an. Ziel ist es, das Bewusstsein für lebensrettende Fähigkeiten jedes Einzelnen zu schärfen, Hemmschwellen abzubauen und über lebensentscheidende Sofortmaßnahmen zu informieren. Dabei steht die sich leicht zu merkende Botschaft der Reanimation im Vordergrund: „Prüfen. Rufen. Drücken!“

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