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Kommentar Mittelkürzung ist das falsche Signal

Meinung – Thomas Pertz | 23.08.2019, 19:45 Uhr

Zusammenleben, zusammenhalten“, lautet der Semesterschwerpunkt der Volkshochschulen zum 100. Geburtstag der Bildungseinrichtungen in Deutschland. Angesichts der Gefahr, dass die Gesellschaft auseinanderdriftet und in einzelne Gruppen zerfällt, ein gut gewähltes Motto.

Dem dann aber auch Taten folgen sollten. Allerdings nicht solche, wie sie nun die Landesregierung vorgenommen hat. Die Mittelkürzung bei Deutschkursen für Geflüchtete bewirkt das Gegenteil dessen, für das sich die VHS Lingen und andere Bildungseinrichtungen mit ihren Programmen einsetzen: Sie erschwert beziehungsweise verhindert den Spracherwerb als Brücke zum Zusammenleben. Miteinander reden und nicht übereinander funktioniert auch beim besten Willen nicht, wenn der Wortschatz fehlt.

Der Vorsitzende des Niedersächsischen Bundes für freie Erwachsenenbildung, Wagner, betont, dass für eine erfolgreiche Integration unbedingt neues Geld über Jahre in Basis-Sprachkurse, vertiefende Sprachkurse und berufsbezogene Sprachkurse notwendig sei. Also mehr Mittel und nicht weniger. Nicht nur von der VHS Lingen, auch von anderen Volkshochschulen in Niedersachsen ist deshalb zu Recht Kritik an dieser Entscheidung aus dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur zu hören. Bleibt zu hoffen, dass die Kritik bei Minister Björn Thümler ihre Wirkung nicht verfehlt.