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Mehr Zuzüge werden erwartet Aktuell leben 50 Flüchtlinge in Lengerich

Von Carsten van Bevern | 31.01.2014, 08:43 Uhr

50 Asylbewerber leben derzeit in der Samtgemeinde Nach dem bundesweit 2013 starken Anstieg der Zahlen von Asylsuchenden werdeb es wohl auch in Lengerich deutlich mehr werden. In diesem Jahr wird in der Samtgemeindeverwaltung aktuell mit zwölf und in den beiden Folgejahren jeweils mit mindestens neun weiteren Flüchtlingen gerechnet.

Für die Unterbringung der Menschen stehen in Lengerich mehrere Wohnungen und in Bawinkel das samtgemeindeeigene Haus am Altmanns Kamp 2 mit fünf Wohnungen zur Verfügung. „Die Wohnungen in Bawinkel haben zwei bis vier Zimmer und sind derzeit alle belegt“, erklärt Karl Dust, der seit Anfang 2014 für die Betreuung der Asylbewerber zuständig ist.

Zuvor war Marion Stolle-Löwer fünf Jahre lang in der Samtgemeindeverwaltung für diese Aufgabe zuständig, und im Gespräch mit unserer Zeitung merkt man, wie gerne sie diese Arbeit gemacht hat: „Ich möchte gar kein Erlebnis aus dieser Zeit besonders hervorheben, es war einfach die Arbeit mit den Menschen, die mir sehr viel gegeben hat. Besonders schön war es immer, wenn die Menschen sich über meine Hilfe gefreut haben.“

So hat sie die Zuzügler meist am Busbahnhof in Empfang genommen und zu deren Unterkunft gebracht. „Das hat bis jetzt auch immer gut geklappt. Aber mit den steigenden Aufnahmezahlen wird es sicher immer schwieriger werden. Dies ist aber ein Problem, was wohl viele Kommunen haben oder künftig haben werden.“

Zunächst hat sie sich immer um die Erstinformation der neuen Bewohner gekümmert: Wo kann man was einkaufen? Wo kann man zum Arzt gehen, vor allem mit Kindern? Wo darf ich hinfahren, um zum Beispiel Verwandte zu besuchen? „Ich habe auch immer angeboten, dass sie jederzeit und mit jeder Frage zu mir ins Rathaus kommen oder anrufen können. Diese Personen wohnen schließlich in einem für sie fremden Land“, erklärt Stolle-Löwer.

Wichtig war und ist der Samtgemeinde auch, dass die Kinder so bald wie möglich in den Kindergarten beziehungsweise in die Schule gehen können – und auch gehen. „Das ist anfangs nicht immer einfach. Einige Mütter dachten, dass wir ihnen ihr Kind wegnehmen wollten. Nach kurzer Zeit klappt es aber sehr gut. Die Kinder sind es auch, die dann meistens recht schnell gut Deutsch sprechen und als Dolmetscher fungieren können“, ergänzt Karl Dust.

Daher wird in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule (VHS) ab der kommenden Woche auch an zwei Werktagen ein Deutschkurs für die Flüchtlinge angeboten. Bei ausreichender Beteiligung findet der erste Termin am Mittwoch, 5. Februar, statt. Auch am VHS-Projekt „Willkommen im südlichen Emsland“ beteiligt sich Lengerich, und es werden regelmäßig Gesprächsgruppen angeboten.

Wobei ein solches Angebot lange Zeit in Lengerich gar nicht nötig war. „Wir hatten jetzt über eine lange Zeit nur wenige Asylbewerber. Das ändert sich aber gerade ein wenig“, erklärt der zuständige Fachbereichsleiter Heinz Wichmann. Und auch die Orte und Familienstände ändern sich. „Mit vier jungen Sudanesen kamen jetzt gleich vier Einzelpersonen und keine Familie. Und die müssen ganz anders betreut werden“, ergänzt Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn.

So haben die vier Sudanesen gleich Arbeitskleidung bekommen und helfen auf dem Bauhof mit. „Und das machen sie auch gerne, bekommen erste Kontakte und haben etwas zu tun“, erklärt Karl Dust, der aber natürlich weiter im Rathaus für alle weiteren Fragen zur Verfügung steht. Freuen würde sich die Samtgemeinde aber, wenn noch Bürger Interesse hätten, sich ebenfalls in diesem Bereich zu engagieren. „Das sind oftmals sehr nette Kontakte, die sich dabei ergeben“, erklärt Dust abschließend.

Nähere Infos bei Karl Dust unter Tel. 05904/932818.