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Hilfen für ausländische Bürger 19 Integrationslotsen in SG Lengerich und Freren

Von Christiane Adam | 21.05.2015, 14:58 Uhr

19 Integrationslotsen aus den Samtgemeinden Lengerich und Freren haben im Lengericher Rathaus ihre Zertifikate erhalten.

Über die Themen Flüchtlinge, Migration und Integration kann man nicht nur reden, sondern man muss sich dem stellen. Diese Worte von Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn auf dem Neujahrsempfang in Lengerich sind es gewesen, die bei Uwe Vollmer die Entscheidung: „Ich mach das dann mal“ ausgelöst haben. So begründete er in der Runde der 19 neuen Integrationslotsen im Lengericher Rathaus, weshalb er einer von ihnen sei.

Mit diesen 19 neu ausgebildeten Lotsen aus den Samtgemeinden Lengerich und Freren sowie der Stadt Lingen hat der südliche Landkreis Emsland seit 2007 nunmehr 105 Helfer bei Alltagsfragen, für Behördengänge, Arztbesuche oder um auch „nur mal eine Tasse Tee miteinander zu trinken“, hervorgebracht. In 50 Unterrichtsstunden haben Hanna Krüssel und Angelika Roelofs im Auftrag der Volkshochschule (VHS) Lingen den Teilnehmern allerlei an die Hand gegeben, um künftig ausländischen Mitbürgern hilfreich zur Seite stehen zu können. Wie schwer es sein kann, sich in einem fremden Land zurechtzufinden, weiß Jürgen Blohm, der bei der VHS seit langer Zeit für diesen Bereich verantwortlich zeichnet. Mit einer ganzen Plastiktüte voller ungeöffneter Briefe habe einmal ein Mann vor ihm gestanden, erzählte Blohm von einer Begegnung. Er habe dann geholfen, diesen Wust zu sichten und zu sortieren.

Etwa so eine Hilfestellung kann in Zukunft auf die Absolventen wie beispielsweise Juan Fernandez Domingo zukommen. Der Spanier, der gerade eine Ausbildung macht, sagte zu seiner Motivation, dass er gerne anderen Spaniern helfen möchte, wenn sie nach Deutschland kommen. Neben Domingo gehören noch eine weitere Spanierin sowie Teilnehmer aus Polen, Rumänien, der Türkei, Kolumbien und Deutschland zu der bunt gemischten „tollen Truppe mit viel Lebendigkeit“, von der Roelofs und Krüssel als Dozentinnen viel gelernt hätten, wie es hieß. Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn bedankte sich für das bürgerschaftliche Engagement, auf das die Verwaltung angewiesen sei, denn nicht immer sei es möglich, sich so sehr um die Menschen zu kümmern, wie diese es verdient hätten. Von behördlicher Seite stellte sich Ansgar Kötting vom Sozialamt Lengerich als Ansprechpartner vor. Zertifikate und Rosen gab es von Christoph Lühn, der als Fachbereichsleiter „Sicherheit und Ordnung“ der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe vorsteht und seitens des Landkreises gekommen war, um den neuen Lotsen Dank und Unterstützung aus Meppen zuzusagen: „Mit dem Ende der Schulung beginnt jetzt erst die aktive Tätigkeit“.

Er könne aus den Erfahrungen rückblickend sagen: „Sie werden wirklich gebraucht“, freute sich Blohm über die neuen Helfer in Sachen Integration.