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Buch über Weltkriegs-Flugplatz Drope Zahlreiche Luftschlachten über dem Emsland

Von Carsten van Bevern | 12.12.2015, 08:15 Uhr

Zahlreiche Luftkämpfe bis zu großen Luftschlachten haben im Zweiten Weltkrieg auch über dem Emsland stattgefunden. Gestartet sind viele deutsche und in den letzten Kriegswochen auch viele alliierte Maschinen dabei von Flugplätzen in der Region. Die Geschichte des Flugplatzes Drope bei Gersten haben jetzt Joachim Eickhoff und Bernd Swarte in dreijähriger Arbeit erforscht.

In dem jetzt vorgelegten knapp 150-seitigen Buch „Flugplatz Drope und Luftkrieg in der Umgebung“ haben beide ihre Forschungsergebnisse zusammengetragen. Das Buch ist ab sofort für 15 Euro erhältlich.

Laut ihren Forschungen ist der Rasenplatz 1938/39 von Mitgliedern des Reichsarbeitsdienstes und der Organisation Todt errichtet worden, ein Ingenieur leitete die Baumaßnahmen. Mit dampfgetriebenen und auch in der Moorkultivierung eingesetzten Lokomobilen der Firma Ottomeyer sind seinerzeit die Tiefpflugarbeiten auf dem mehr als 150 Hektar großen Gelände durchgeführt worden. 1939 ist der 1200 Meter lange und 800 Meter breite Flugplatz an der Bawinkler Straße fertiggestellt worden.

Vor allem gegen Ende des Krieges war der Platz von Teilen der deutschen Jagdgeschwader 1 und 26 sowie ab Mitte April von neun Squadrons der britischen Royal Air Force (RAF) belegt. „Zeitweise waren in Drope zu dieser Zeit mehr als 900 Soldaten der RAF und mehr als 150 Jagdflugzeuge stationiert“, erklärte Joachim Eickhoff, pensionierter Lehrer, Luftkriegsfachmann und Gründer der Vermisstensuchgruppe Ikarus, bei der Buchvorstellung in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Die Initiative zur Erforschung des „fast vergessenen Flugplatzes Drope“ ging allerdings vom inzwischen ebenfalls pensionierten Architekten Bernd Swarte aus. Der in Gersten wohnende Swarte sammelt seit mehr als 25 Jahren Fotos aus und über seine Heimatgemeinde: „Die Geschichte des Platzes hat mich schon immer interessiert.“ Nun hat er seine komplette dreijährige Altersfreistellungsphase für diese Forschungsarbeit genutzt.

Beide haben in verschiedenen Archiven gearbeitet, sie haben mit 26 Zeitzeugen gesprochen und nicht zuletzt bei zahlreichen Geländeerkundungen mit einem Metalldetektor Überreste aus dieser Zeit gesucht. Und dabei Munitionsreste, aber auch eine Tankanzeige eines britischen Flugzeugs gefunden.

Das letzte halbe Jahr haben sie nun alle Quellen gesichtet, die Texte formuliert und diese mit 101 Fotos, Grafiken, Auszügen aus Tagebüchern und Protokollen ergänzt. „Das war schon viel Arbeit, aber auch eine sehr spannende Zeit. Und jetzt sind wir froh, dass wir diese Dokumentation vorstellen können“, betonte Swarte abschließend.