Spenden benötigt Lengericher möchte Flüchtlingen an der Grenze helfen

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Mit seinem Transporter will der Lengericher Matthias Freese Hilfsgüter an die slowenisch-kroatische Grenze bringen. Foto: Caroline TheilingMit seinem Transporter will der Lengericher Matthias Freese Hilfsgüter an die slowenisch-kroatische Grenze bringen. Foto: Caroline Theiling

Lengerich. Das Schicksal tausender Flüchtlinge lässt auch den Lengericher Matthias Freese nicht kalt. Der 38-jährige Tischler hat sich entschlossen, im Januar Sachspenden an die slowenisch-kroatische Grenze zu bringen und vor Ort zu helfen, „wo es nötig ist“. Dafür bittet er um Spenden.

Sylvia Hildebrandt, eine Freundin aus Berlin, die schon eine solche Fahrt gemacht und auch wieder mit von der Partie sein wird, brachte ihn auf die Idee. „Es kann nicht einfach jeder dahinfahren,“ berichtet der Tischler in einem Gespräch mit der Redaktion. So ein Transport müsse angemeldet werden. Darum und um alle weiteren Formalitäten kümmert sich die Freundin. Für Freese geht es jetzt darum, seinen Transporter, der rund sieben Kubikmeter Stauraum bietet, möglichst voll zu bekommen.

Warme Sachen nötig

Da die Organisationstruppe in regelmäßigem Austausch mit Helfern vor Ort ist, weiß der 38-Jährige, was am dringendsten benötigt wird. „Die Menschen dort sind meist seit Wochen unterwegs. Viele brauchen neue Schuhe und warme Socken.“ In Anbetracht der Jahreszeit werden auch Schals, Mützen, Jacken, Pullis, Hosen und Decken gebraucht. Die Sachen müssen gewaschen, sauber und funktionstüchtig sein. Vor Ort sei keine Zeit zum Aussortieren oder Reinigen. Hilfreich sei, die Strümpfe mit einem Klebeband und der entsprechenden Größe zu versehen, damit man sie besser zuordnen kann.

Freese hofft, möglichst viele Spenden zu bekommen, mit denen er voraussichtlich in der zweiten Kalenderwoche Richtung Süden starten wird. Falls in Schulen oder Kindergärten gesammelt wird, ist er bereit, größere Mengen direkt abzuholen. „Falls mehr Spenden eingehen, als erwartet, wird noch ein Anhänger an den Transporter gehängt.“

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Regelmäßig kommen neue und aktuelle Nachrichten von Helfern vor Ort aus Slavonski Brod. Darin heißt es unter anderem: „Das Camp ist das größte in Kroatien. Unglaublich, wie viele Menschen täglich hier ankommen. Die Kleidung, die sie tragen, haben sie meist seit mehreren Wochen nicht gewechselt. Und da kommen wir ins Spiel. Leute neu einzukleiden, vor allem wintertauglich. So viele Menschen und die Zeit im Nacken. Um 3 Uhr nachts zur Registrierung antreten, Zeit zum Schlafen nur im Bus oder Zug möglich. Kinder leiden am meisten unter den Strapazen. Sie sind sehr müde und kraftlos. Oft können sie die Handschuhe nicht richtig greifen, die wir entgegen strecken. Die Eltern nehmen sie dann. Wir haben uns angewöhnt, den Leuten die Schals und Mützen persönlich anzuziehen. Einerseits geht es so schneller, aber viel wichtiger, man schafft Nähe und gibt Wärme. Nach der Registrierung steigen sie direkt in die Busse. Zwischen Ausgang des Registrierungssektors und den Bussen ist ca. 3 Meter Abstand. Da können wir helfen, allerdings darf das Einsteigen nicht behindert werden, da die Züge am Bahnhof warten. Also müssen wir schnell sein. Handschuhe, Mützen, Schals und Decken werden hier dankbar entgegen genommen. Die Menschen lächeln. Auch wenn sie teilweise am Ende ihrer Kräfte sind.“

Wunde Füße

Aus dem gleichen Camp berichtet am 23. November Volunteer Christian: „Es ist ein besch... Gefühl, in einer Traube von Menschen zu stehen, die um Schuhe betteln. Sie sind mit ihren Schuhen seit Monaten unterwegs. Die Füße sind wund die Schuhe kaputt, durchnässt und beginnen zu stinken. Und ich als Volunteer muss ihnen mitteilen, dass dieser eine Herr das letzte Paar Schuhe in Größe 43 bekommt, da das Lager dann leer ist. Um mich herum 20 Männer, die erwartungsvoll an den Toren des Sektors warten, weil sie hoffen, das ich mein Versprechen halte und auch ihnen Schuhe bringe. Ich kann es nicht halten... Keine Schuhe mehr auf Lager.“

Wer die Aktion von Matthias Freese unterstützen möchte, kann Spenden jeden Samstag (außer Weihnachten) bis zum 2. Januar zwischen 10 und 14 Uhr in seinem Geschäft an der Mittelstraße 9 in Lengerich abgeben. Bei Sammelgemeinschaften können die Sachen auch abgeholt werden. Hierfür bitte eine Mail an helfen@handwerk-freese.de .

Weitere Informationen auf www.refugee-support-tour.eu

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