Projekt in Lengerich verlängert Lengericher Jugendliche im Blick



Lengerich. Was bewegt Jugendliche eigentlich? Diese Frage stellt sich Sozialpädagogin Juliane Schäfer häufig, denn die Interessen junger Leute sind wichtig für ihre Arbeit. Seit April 2013 ist sie in der Samtgemeinde Lengerich und verbindet dort das Schulleben mit der Jugendarbeit. Jetzt ist das Projekt und damit ihr Arbeitsvertrag bis Ende 2016 verlängert worden.

Viele Jugendliche engagierten sich in den sechs Gemeinden der SG Lengerich in verschiedenen Projekten und Vereinen. Sie sind Mitglieder der KLJB, der Kolpingjugend oder organisieren, wie in Bawinkel mit dem Winkel 29, einen offenen Jugendtreff. Auch in Lengerich soll bald wieder ein solcher Jugendtreff entstehen: Seit Oktober arbeitet Juliane Schäfer mit 18 Mädchen und Jungen im Alter ab 16 Jahren dafür in Räumen des Deutschen Roten Kreuzes, im Frühjahr 2015 soll der Treff öffnen. „Die Jugendlichen setzen hier ihre eigenen Vorstellungen um. Es sind nicht die Erwachsenen, die ihnen sagen, wie es läuft.“

Zusätzlich machen sie einen Jugendleiterschein, damit sie den künftigen offenen Treff auch betreuen können. Dabei lernen sie Spiele zur Förderung der Gruppendynamik kennen, aber auch die rechtlichen Grundlagen der Jugendarbeit. Außer dem Jugendtreff gibt es in der Gemeinde auch ein Mädchencafé und einen Jungentreff – für Schüler ab zehn Jahren. „Vor allem für die Altersgruppe ab 14 Jahren fehlen aber noch Angebote in der offenen Jugendarbeit“, meint Schäfer. Der Verein zur Förderung Kinder und Jugendlicher im Emsland arbeitet schon lange daran, dass solche Räume geschaffen werden.

Aktive Jugendarbeit ist nicht nur Voraussetzung für die Jugendtreffs, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des Vereinslebens. Egal ob Feuerwehr, Sportverein oder Zeltlagergruppen: Nachwuchs ist immer ein Thema. Die Mädchen und Jungen, welche einen Gruppenleiterschein erwerben, nutzen diesen häufig in den Vereinen. Zu den Aufgaben von Juliane Schäfer gehört es daher auch, die Verbindungen zwischen Vereinen und der Jugendarbeit auszubauen. Auch die Oberschule Lengerich, an der Schäfer tätig ist, wird in dieses Netzwerk einbezogen: „Aus einem Sportverein höre ich zum Beispiel, dass es zu wenig Schiedsrichter gibt. Dann versuche ich, die Ausbildung als Nachmittagsangebot an der Schule einzurichten.“

Der Wunsch in der Samtgemeinde Lengerich nach einer solchen Verzahnung wurde 2012 bei einer Sozialraumanalyse deutlich. Zuschüsse vom Land und vom Landkreis wurden für ein zunächst zweijähriges Projekt eingeworben. An der Oberschule leitet Schäfer seitdem Sozialtrainings in den fünften Klassen und begleitet die Berufsorientierung in den höheren Jahrgängen. Das Nachmittagsangebot hat sie um ein „Soziales Seminar“, eine Theater- und eine Poker-Arbeitsgemeinschaft erweitert. In Kooperation mit dem Caritasverband Emsland arbeitete sie außerdem an Aktionen zur Gewalt- und Drogenprävention. Vertreter der Samtgemeinde sind von dem Projekt überzeugt und entschlossen sich einstimmig für die Fortführung bis Ende 2016 . Zeit für viele neue Projekte.


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