Angebot aus der Pfarrgemeinde Café für Alleinlebende in Bawinkel ist gut besucht

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Beim Doppelkopf  im offenen Treff der Alleinlebenden gelten besondere Regeln. Sie spielen ihn zu fünft. Foto: Caroline TheilingBeim Doppelkopf im offenen Treff der Alleinlebenden gelten besondere Regeln. Sie spielen ihn zu fünft. Foto: Caroline Theiling

Bawinkel. Der Sonntag ist vielerorts der Tag der Familien, an dem alle die meiste Zeit haben, an dem die erwachsenen Kinder mit Enkelkindern die Eltern oder Schwiegereltern besuchen oder aber mit dem Partner ein Ausflug abseits des Alltags unternommen wird. Was aber, wenn der Partner vielleicht schon gestorben ist, Kinder oder Enkel weit entfernt wohnen? Gibt es in der Kirchengemeinde ausreichende Angebote für diese Bevölkerungsgruppe?

Eine Frage, der die Mitglieder des Pfarrgemeinderates in Bawinkel während der jetzt ablaufenden Wahlperiode nachgegangen sind. „Wir wollten alle Personengruppen in der Kirchengemeinde erreichen“, berichtet ein Mitglied des Pfarrgemeinderates. Die Resonanz auf eine Einladung in dem wöchentlich erscheinenden Mitteilungsblatt „Alexanderbote“ zu einem offenen Treff für Alleinlebende im Sommer 2012 war überragend. Fast 20 Interessierte waren zu einem ersten Kennenlernen in das alte Pfarrhaus hinter der Kirche gekommen und dankbar für dieses Angebot gewesen.

Seitdem hat sich die Gruppe fest etabliert und trifft sich an jedem dritten Sonntag im Monat zu einem gemütlichen Beisammensein im Pfarrhaus. Hier läuft alles zwanglos ab. „Der Treff ist offen für alle Alleinlebenden und ihre Freunde“, heißt es vom Vorstand des Pfarrgemeinderats.

Der Tisch ist gedeckt, es gibt Kaffee und Plätzchen. „Kuchen wäre zu aufwendig und von der Menge schwierig zu berechnen , da man nie genau weiß, wie viele Teilnehmer kommen“, berichtet Mechthild Gelze, Katechetin in der Pfarreiengemeinschaft Lengerich Bawinkel. Sie hat an diesem Sonntag die Tür des alten Pfarrhauses aufgeschlossen. „Die Gruppe ist ein reiner Selbstläufer“, berichtet sie. Obwohl es ein offener Treff sei, für den man sich weder an- noch abmelden müsse, kämen jedes Mal zwischen 15 und 20 Frauen zusammen. Das Programm gestalten sie sich selbst. Nur für das Auf- und Zuschließen des Pfarrhauses kommt meist noch ein Mitglied des Pfarrgemeinderates.

Nachdem sich die Damen ein bisschen gestärkt haben, stimmen sie ein gemeinsames Lied an. Wer nicht ganz textsicher ist, wirft einen Blick in eines der Liederbücher, die Otto Kämpker zuvor verteilt hat. Kämpker ist zurzeit der einzige Mann in der Runde. Er kümmert sich darum, dass Getränke da sind, und ist so etwas wie ein „Mädchen für alles“.

Ehe sich die Teilnehmer in kleine Gruppen aufteilen, um Karten zu spielen oder sich mit Knobeln die Zeit zu vertreiben, holt Hedwig Dulle noch ein Buch hervor und liest eine plattdeutsche Geschichte vor, die am Ende alle lachen lässt. Überhaupt ist Plattdeutsch die Sprache, in der sich die Damen überwiegend unterhalten. Schon kommt eine zweite Geschichte aus dem Buch „Dat olle Backhus“. Die Runde hat Spaß an den mundartlichen Anekdoten. Doch dann werden die Karten ausgepackt zum Rommé- und Doppelkopfspielen und die Würfel zum Knobeln. Flugs sind zwei Stunden vorbei, und die Damen bilden wieder ihre Fahrgemeinschaften, um zurück nach Hause zu fahren.

Beim nächsten Treffen werden sicherlich besonders viele anwesend sein. Denn es findet am Sonntag, 16. Dezember, statt, dem Tag, an dem auch der Kirchenvorstand und der Pfarrgemeinderat gewählt werden. Ausnahmsweise muss die Runde dann in den ersten Stock ausweichen. Denn dort, wo sonst Kaffee und Plätzchen stehen, wird gewählt – und das wird sich wohl niemand entgehen lassen.


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