8,8 Millionen Euro Bilanzsumme Wie vermögend ist die SG Lengerich?

Von Carsten van Bevern

Etwas mehr als zwei Millionen Euro ist das Rathaus in Lengerich samt dem Grundstück und der Außenanlagen wert – mit dieser Summe steht es zumindest in der jetzt beschlossenen Eröffnungsbilanz der Samtgemeinde. Foto: Carsten van BevernEtwas mehr als zwei Millionen Euro ist das Rathaus in Lengerich samt dem Grundstück und der Außenanlagen wert – mit dieser Summe steht es zumindest in der jetzt beschlossenen Eröffnungsbilanz der Samtgemeinde. Foto: Carsten van Bevern

Lengerich. Welchen Wert hat und über welches Vermögen verfügt eigentlich eine Kommune? Diese und weitere Fragen zur Finanz- und Vermögenssituation können künftig in der Samtgemeinde Lengerich präziser beantwortet werden: Im Rahmen der Umstellung des kommunalen Rechnungswesens auf das auch in der Wirtschaft geltende Prinzip der doppelten Buchführung in Konten (Doppik) hat der SG-Rat am Donnerstagabend einstimmig die Eröffnungsbilanz verabschiedet.

So wird der Haushalt der Samtgemeinde Lengerich bereits seit 2012 nach den Grundsätzen der Doppik geführt, dadurch sollen künftig schneller Aussagen über die Effektivität und Wirtschaftlichkeit möglich sein und insbesondere die Kommunalpolitik mit dafür benötigten kaufmännischen Daten versorgt werden. „Dafür ist natürlich auch eine Eröffnungsbilanz notwendig, um die Auswirkungen von Investitionen und Verwaltungshandeln in kommenden Haushaltsjahren darstellen zu können“, erklärte Lengerichs Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn am Donnerstagabend auf der jüngsten Sitzung des SG-Rates.

So sei für die Eröffnungsbilanz – laut Lühn ist Lengerich „eine der ersten Kommunen im Emsland mit einer solchen Bilanz, deren Aufstellung vom emsländischen Landrat Reinhard Winter auch so langsam eingefordert wird“ – jedes Grundstück, jedes Gebäude und alle weiteren Vermögensgegenstände erfasst und bewertet worden. Anschaffungskosten, Zustand und die erwarteten Restnutzungszeiten zum Beispiel des Rathauses, aller Schulen, Sporteinrichtungen bis hin zu technischen Geräten bei den Feuerwehren und auf dem Bauhof mussten dazu ermittelt beziehungsweise bewertet werden. „Das war für unsere Kämmerei neben dem Tagesgeschäft schon eine langwierige Arbeit“, dankten Lühn und der Ratsvorsitzende Josef Stockel nach Vorstellung des Zahlenwerks den Mitarbeitern im Rathaus.

So ist das Zahlenwerk nach Aussage des Verwaltungschefs auch vom Rechnungsprüfungsamt des Landkreises geprüft worden. „Bemängelt wurden nur unsere angesetzten Bewertungen für die Grundstücke der Schulen und Sportanlagen“, erklärte Lühn. Diese seien mit dem Bodenrichtwert angegeben worden – da die Grundstücke aber aufgrund ihrer langfristigen Nutzung nicht für den freien Markt zur Verfügung stehen, sollten sie im Zuge einer eher vorsichtigen Vermögensschätzung aber mit 25 bis 40 Prozent des Bodenrichtwertes in die Bilanz einfließen.

Vor allem Grundbesitz

„Jetzt haben wir diese Grundstücke mit 25 Prozent des Bodenrichtwertes in die Eröffnungsbilanz einfließen lassen“, erklärte Lühn. Folge sei, dass sich das Reinvermögen der Samtgemeinde deutlich verringert hat, was nach Aussage der Fachleute des Rechnungsprüfungsamtes „aber kein Problem darstellt“. So besteht das Vermögen der SG (Stand 1. Januar 2012) hauptsächlich aus bebauten Grundstücken (6,879 Millionen Euro), weiteren Gebäuden (628000 Euro), Maschinen (484000 Euro) sowie einem Finanzvermögen von 530000 Euro. Die Bilanzsumme liegt bei 8783366,97 Euro.

In Kürze sollen laut Lühn auch die Eröffnungsbilanzen der Mitgliedsgemeinden endgültig aufgestellt werden.

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Das Vermögen der Samtgemeinde Lengerich – einige Beispiele

Das Vermögen der SG Lengerich besteht vor allem aus Gebäuden, Grundstücken und Maschinen.

Der zweitwertvollste Besitz der Samtgemeinde ist laut der Eröffnungsbilanz das Rathaus in Lengerich: Das Gebäude samt Außenanlagen, Parkplatz und Grundstück hat demnach (Stand: 1. Januar 2012) einen Wert von 2004257,36 Euro. Das 1997 errichtete Verwaltungsgebäude wird laut Dekra-Gutachten bei einer angenommenen Nutzungsdauer von 90 Jahren voraussichtlich bis zum Jahr 2087 in Betrieb sein. Nur die Oberschule Lengerich wird mit gut 2,5 Millionen noch etwas höher bewertet. Die Turnhalle in Bawinkel steht mit 67400 Euro, die in Lengerich mit 185000 Euro und die in Gersten mit 195000 Euro sowie alle Grundschulen gemeinsam mit gut 1,2 Millionen Euro (ohne Grundstücke) in der Bilanz. Recht großes Vermögen stellen auch die Feuerwehrgerätehäuser (431000 Euro) und die Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände der Ortsfeuerwehren (507000 Euro) dar. (vb)