Jubiläum der Kirchweihe Weihbischof Wübbe feiert erste Messe in Lengerich

Von Johanna Lügermann


Lengerich. Die erste heilige Messe als Weihbischof hat Johannes Wübbe zurück in seinen Heimatort Lengerich geführt. Für die Kirchengemeinde St. Benedikt war es eine große Freude, ihn am Sonntag als Hauptzelebrant beim 140-jährigen Jubiläum der Kirchweihe zu begrüßen.

In der Messe erinnerte Wübbe an einige Daten, die im Gemeindeleben und vor allem für die Kirche von Bedeutung waren. Als das Gebäude am Anfang der 1980er Jahre durch brüchige Mittelsäulen vom Einsturz bedroht war, habe es beispielsweise Diskussionen über den Fortbestand der Kirche gegeben. „Sie wurde nicht eingerissen, weil viele Menschen bereit waren, für den Erhalt zu investieren“, erklärte Wübbe. Heute gebe es in der Gesellschaft ebenfalls Zweifel am Fortbestand der Kirchen. „Dieses Mal geht es nicht um den Abriss, sondern um die Frage, ob Kirche noch gebraucht wird“, so Wübbe, „Die Kirche muss sich dieser Frage stellen“.

In diesem Zusammenhang wies er auf die aktuelle Diskussion über den Umgang der Kirche mit Geld hin. Alle Mitglieder sollten seiner Meinung nach über die Verwendung des Geldes mitentscheiden dürfen. Die Kirche habe ein Existenzrecht, so der Weihbischof, wenn sie „ein positives Licht ausstrahlt“, beispielsweise durch Verantwortung in sozialen Einrichtungen oder durch die Tätigkeit von Ehrenamtlichen. Er lud die Menschen in diesem Sinne ein, Gesellschaft mitzugestalten, statt „das Feld immer nur anderen zu überlassen“. Die Kirche müsse Herausforderungen annehmen, um das Vertrauen wieder zu stärken, „damit wir noch viele Kirchweihfeste hier und woanders feiern dürfen“.

Anlässlich des Kirchweihjubiläums hatten zahlreiche Gemeindemitglieder kleine Tücher entworfen, die zu einem großen Glaubenstuch zusammengenäht wurden. Dieses wurde in einer Prozession zum Altar gebracht. „Über 120 kleine Tücher wurden abgegeben – das große Tuch zeigt die Vielfalt in unserer Gemeinde“, freute sich Christine Lampa-Pruisken, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates.

Die Segenswünsche der evangelischen Nachbargemeinde zum Jubiläum überbrachte Pastorin Frauke Schäfer. Die Vergangenheit zeige, dass gemeinsam vieles möglich sei, sagte Schäfer in der Hoffnung, dass die gute Partnerschaft in Zukunft vertieft werde. Nach der Messe folgte ein Empfang im Saal „Pepes Post“, den viele Gemeindemitglieder nutzten, um Wübbe zu seiner Bischofsweihe zu gratulieren. „Wir sind stolz, dass der

Weihbischof einer von uns ist“, machte der stellvertretende Bürgermeister Alfred Lampa wie viele andere Gratulanten deutlich. Ein Vortrag des Pfarrgemeinderats über die Jugendzeit Wübbes zeigte, dass „er immer gerne mittendrin ist, im Gemeindeleben ebenso wie bei Festen“. Im Namen der Samtgemeinde wünschte Matthias Lühn dem Weihbischof „alles Gute für die schöne, aber sicher nicht einfache Aufgabe“.